DRK-Presseinfo v. 29.05.2018

Schwere Gewitter und Unwetter überziehen seit einigen Tagen Teile von Deutschland. Weitere sind angekündigt. Das DRK erklärt, wo Sie bei einem Gewitter sicher sind, wie Sie sich unterwegs verhalten sollten und wie Sie im Ernstfall helfen können. Die Wiederbelebungschancen für Blitzopfer sind gut – wenn sie schnell erfolgen. „Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30.000 Grad heiß. Das klingt zunächst erschreckend. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren", sagt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. Hier seine Tipps:

Tipp 1: Der beste Schutz: Häuser mit Blitzableiter und Autos
Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile, oder die Kabine einer Baumaschine bieten den gleichen Schutz, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.

Tipp 2: Im Freien: Machen Sie sich klein!
Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel: Nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein. Machen Sie sich so klein wie möglich. Mit eng zusammen stehenden Füßen und das Gewicht auf die Fußballen verlagernd in die Hocke gehen und mit den Armen die Knie umschlingen, wenn möglich in einer Bodenmulde. Lehnen Sie sich nirgendwo an. Auch in Gebäuden, wie Scheunen, Holz- oder Steinhütten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockestellung gehen. Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Meiden Sie Bergspitzen, Aussichtstürme, sowie einzelne Bäume oder Baumgruppen. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen sind Sie einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume immer meiden.

Tipp 3: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich
Beim ersten Donnergrollen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sichere Entfernung. Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.

Tipp 4 Schnelle Hilfe rettet Leben - keine Gefahr für den Helfer!
Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen: Bei Kreislaufstillstand beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung: Drücken Sie 30mal mit dem Handballen das Brustbein ca. 5-6 cm tief ein, und zwar mit einer Frequenz von 100 -120 Mal pro Minute. Es folgen 2 Atemspenden im Wechsel. Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg. Doch die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen, die versorgt werden müssen.

DRK-Presseinfo v. 23.05.2018

Nach dem Ausbruch des gefährlichen Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo ist das Rote Kreuz vor Ort aktiv. „Rotkreuzmitarbeiter und Freiwillige des Kongolesischen Roten Kreuzes sind in den Gemeinden unterwegs, um Verdachtsfälle zu identifizieren, zu überwachen und präventiv zu unterstützen, etwa bei der Desinfektion von Haushalten mit Ebola-Verdachtsfällen“, sagt Christof Johnen, Leiter Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Das Risiko, dass sich die Infektionskrankheit im Land und in den Nachbarstaaten ausbreitet, ist gegeben. Es ist daher wichtig, die gemeindebasierte Überwachung weiter stärken. Unsere Schwestergesellschaft, das Kongolesische Rote Kreuz, hat in der Vergangenheit schon acht Ausbrüche von Ebola erlebt und hat ein starkes Netzwerk von Experten im Land“, fügte Johnen hinzu.

Bislang wurden 28 Ebola-Infektionen bestätigt, davon ein Fall in Mbandaka, einer Stadt mit über einer Million Einwohnern. Zum ersten Mal ist damit das Virus im Kongo in einer Großstadt aufgetreten. Hier sind bereits über hundert Freiwillige des Kongolesischen Roten Kreuzes rund um die Uhr damit beschäftigt, betroffene Häuser zu desinfizieren, für sichere Bestattungen zu sorgen und die Bewohner zu informieren. Zudem wurden landesweit bislang insgesamt 51 Verdachtsfälle gezählt, 27 Menschen sind bereits an Symptomen gestorben, die mit Ebola einhergehen, wie Fieber sowie innere und äußere Blutungen.

Am 8. Mai 2018 hatte die Demokratische Republik Kongo den nunmehr neunten Ausbruch von Ebola (seit 1976) erklärt. Die Fälle traten zunächst in der entlegenen und schwer zugänglichen Region Bikoro in der Provinz Equateur auf. Noch am selben Tag richtete die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften eine Task Force ein und entsandte ein Team in den Kongo. Im Sinne eines koordinierten Einsatzes arbeitet das Rote Kreuz vor Ort eng zusammen mit Regierungsbehörden, der Weltgesundheitsorganisation und anderen internationalen und nationalen Partnern. Die Hauptaufgabe der Rotkreuz-Teams besteht darin, ihre einzigartige Präsenz in den Gemeinden und ihren Zugang zu nutzen, um dazu beizutragen, die weitere Ausbreitung zu bekämpfen. Das Kongolesische Rote Kreuz verfügt über ein starkes Netz von mehr als 60.000 Freiwilligen.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX, Stichwort: Ebola

DRK-Presseinfo v. 10.04.2018

Mit dem Frühling kommen die Zecken. Ein Stich kann schlimme Folgen haben. Doch: „Panik ist definitiv nicht angebracht", sagt DRK-Bundesarzt Prof. Sefrin, „dennoch sollte man Zecken-'Bisse´ möglichst vermeiden und bei Symptomen sofort handeln" und gibt folgende Tipps:

1. „Achten Sie bei Spaziergängen und Wandertouren darauf, helle Kleidung zu tragen, auf der man die Zecken sieht. Lange Hosen mit geschlossenem Schuhwerk sind unbedingt zu empfehlen, dazu ein langärmeliges Shirt. Das macht es den Tierchen schwerer, überhaupt unter die Kleidung zu kommen. Auf gängige Zeckenschutzmittel besser nicht verlassen – deren Wirkung ist wissenschaftlich nichtausreichend bewiesen.

2. Zecken halten sich in hohem Gras oder im Unterholz bevorzugt auf. Nach jedem Ausflug in der Natur ist es sinnvoll, den Körper sorgfältig abzusuchen. Zecken können sich im Prinzip überall festsaugen, bevorzugen jedoch Hautfalten, Achselhöhlen und behaarte Körperstellen – hier besonders gründlich nachsehen! Lässt sich dann tatsächlich ein solches Spinnentierchen ausmachen – Finger weg von jeder Form von „Hausmitteln". In der Apotheke gibt es spezielle Zeckenzangen und –karten. Diese entfernen das Tier, ohne es zu drehen und zu quetschen und halten so die Infektionsgefahr geringer. Gerade die Karten sind äußerst handlich und passen gut in die Hosentasche, ebenso wie ein Paar Einmalhandschuhe, die möglichst immer beim Zeckenentfernen getragen werden sollten. So wird man die lästigen Tiere auch bei einer kurzen Rast unterwegs einfach los.

3. Zeckenstiche an sich sind grundsätzlich nicht gefährlich. Allerdings kann es zur Übertragung von Infektionserkrankungen kommen. Beobachten Sie die Stichstelle. Wenn sich ein roter Hof um diese bildet, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Im ungünstigsten Fall kann es zu einer FSME (Frühsommer-Gehirnhautentzündung) oder Borreliose kommen. Die ersten Symptome, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen ähneln sich bei diesen Krankheiten. Beide müssen ärztlich behandelt werden. Gegen das FSME-Virus kann man nicht ursächlich vorgehen, es werden aber die Symptome gelindert. Deshalb ist gerade in Risikogebieten (unter anderem Teile Süddeutschlands) eine Impfung sinnvoll. Die Impfung wird von den meisten Kranken-kassen bezahlt und schützt drei Jahre. Speziell in den gefährdeten Regionen lohnt es sich, die Impfung beim Hausarzt anzusprechen."
 

DRK-Presseinfo v. 05.04.2018

Rund 75 Prozent der Menschen in Deutschland sind zufrieden mit der medizinischen Versorgung. Doch bei plötzlichen Gesundheitsbeschwerden ist es gut, einen Vorrat an Medikamenten im Haus zu haben, der nachts oder am Wochenende über die schlimmsten Auswirkungen hinweghilft. Auch bei kleineren Unfällen, etwa im Haushalt, kann eine  Hausapotheke gute Dienste leisten. „Nicht immer muss gleich der Rettungsdienst gerufen werden. Eine gute Hausapotheke ist wichtig für die erste Überbrückung kleinerer Unpässlichkeiten, ersetzt aber natürlich nicht in jedem Fall den Gang zum Arzt", sagt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April. Er gibt Tipps, was wirklich in die Hausapotheke gehört:

1. „Um für die gängigen Krankheiten wie Erkältung, Schmerzen, Fieber, Durchfall oder Übelkeit und Erbrechen gewappnet zu sein, lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, welche Medikamente geeignet sind. Auch ein Fieberthermometer darf nicht fehlen. Für den Fall von Insektenstichen oder Sonnenbrand empfiehlt es sich, ein wirksames Mittel bereitzuhalten.

2. Für Wunden sollten Sie je nach Größe Pflaster und Kompressen sowie Mullbinden zusammen mit Schere und Splitterpinzette sowie Einmalhandschuhe bereithalten. Auch ein, zwei Elastikbinden für Zerrungen und Stauchungen gehören in die Hausapotheke.

3. Nicht zuletzt sollte jeder Mensch darauf achten, seinen persönlichen Medikamentenbedarf in den benötigten Mengen vorrätig zu haben. Es liegt in seiner Verantwortung, bei Bedarf sich rechtzeitig ein neues Rezept vom behandelnden Arzt ausstellen zu lassen.

4. Genauso wichtig ist es, nicht mehr benötigte Medikamente nach einer Behandlung zu entsorgen. Bitte nicht an andere weitergeben, weil man selbst gute Erfahrungen gemacht hat! Jedes verordnete Medikament ist auf den jeweiligen Patienten und seine aktuelle Situation zugeschnitten und kann bei anderen Schäden anrichten.

5. Wichtig auch: Kinder dürfen keinen Zugriff auf Medikamente haben, deshalb den Apothekenschrank immer in einer gewissen Höhe anbringen und möglichst auch verschließbar halten."

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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