DRK-Presseinfo v. 17.04.2019

Mit den wärmeren Temperaturen werden auch Zecken in Wäldern und auf Wiesen aktiv. Sie können gefährliche Infektionskrankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. „2018 wurden laut Robert-Koch-Institut 583 Fälle von FSME gemeldet. Mit dieser hohen Zahl an Krankheitsfällen ist auch dieses Jahr zu rechnen. 2019 könnte ein Rekordjahr werden", warnt der Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes, Prof. Peter Sefrin.

Prof. Sefrin gibt folgende Tipps, um sich vor Krankheiten zu schützen:

Vorsorge: Zecken haben sich inzwischen in ganz Deutschland ausgebreitet. Besonders groß ist das FSME-Risiko in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Thüringen und Sachsen. Sie leben in hohem Gras, in Büschen und im Unterholz. Die Zeckensaison dauert etwa von April bis Oktober. Weil der vergangene Sommer sehr warm und der Winter mild war, dürfte es dieses Jahr besonders viele Zecken geben. Spaziergänger sollten lange Hosen mit geschlossenem Schuhwerk tragen, sowie ein langes Oberteil. Zeckensprays wirken nur ein bis zwei Stunden.

Gründliche Kontrolle: Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper gründlich absuchen – vor allem Hautfalten, Achselhöhlen, Kniekehlen, Bauchnabel und behaarte Körperstellen, denn hier saugen sich Zecken besonders gern fest. Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Zeckenkarte oder einer Zeckenzange aus der Apotheke. Damit die Zecke möglichst hautnah fassen und langsam und senkrecht rausziehen – nicht drehen! Die Parasiten auf keinen Fall quetschen oder den Kopf abreißen. Kein Alleskleber, Nagellack, Benzin o.ä. benutzen. Der Speichel mit den Keimen droht sonst in den Körper zu gelangen und Krankheiten zu übertragen.

Behandlung: Nach einem Zeckenstich die Haut beobachten. Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zeckenstiche an sich sind nicht gefährlich, die Krankheiten, die dadurch übertragen werden können, aber schon. Noch häufiger als FSME tritt Borreliose auf, die ebenfalls Hirnhautentzündungen verursachen kann und an der jährlich tausende Menschen erkranken. Die Symptome bei beiden Krankheiten sind zunächst ähnlich wie bei Grippe: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Sie sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Anders als Borreliose lässt sich FSME mit Medikamenten nicht heilen. Ein Weg, sie zu verhindern, gibt es aber: Jeder sollte sich gegen FSME impfen lassen. Das hält drei Jahre, die Krankenkasse übernimmt die Kosten in den meisten Fällen. Leider machen nur wenige von diesem Schutz Gebrauch."

 

DRK-Presseinfo v. 11.02.2019

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat anlässlich des Europäischen Tages des Notrufes 112 am 11. Februar an alle Verkehrsteilnehmer appelliert, mehr Rücksicht auf die Helfer im Rettungsdienst zu nehmen. „Es ist besorgniserregend, dass vor allem bei Verkehrsunfällen Rettungskräfte oftmals von Schaulustigen behindert oder beleidigt werden", sagte Hasselfeldt. Die Berichte darüber häuften sich. Zum Respekt gegenüber den Helfern gehöre auch die Einhaltung der Rettungsgassen nach Verkehrsunfällen. Auch hier lasse das Verhalten von vielen Lastwagen- und Autofahrern zu wünschen übrig.

Die DRK-Präsidentin betonte, dass der Notruf 112 ein wichtiges Instrument zur Rettung von Menschenleben sei. „Bei solchen Einsätzen nach einem Notruf kommt es oft auf jede Minute und Sekunde an. Wer hier Rettungskräfte behindert, gefährdet das Leben anderer Menschen. Er sollte sich fragen, ob er nicht selbst einmal in eine lebensbedrohliche Situation kommen könnte, in der er dringend auf rasche Hilfe angewiesen ist", sagte Hasselfeldt. Sie habe für solch ein Verhalten – auch für Beschimpfungen und Beleidigungen gegenüber Helfern – null Verständnis. Es sei richtig gewesen, dass die Strafen für solche Delikte verschärft wurden. Verstöße müssten auch konsequent geahndet werden. „Was ich mir jedoch jenseits solcher Strafen wünsche, ist eine breite gesellschaftliche Debatte über dieses Phänomen", sagte Hasselfeldt. Dazu gehöre auch, dass manchen Gaffern Handy-Aufnahmen von Verletzten offenbar wichtiger seien als der unversperrte Zugang der Helfer zum Unfallort.

Erschreckend nannte die DRK-Präsidentin auch die Tatsache, dass in den meisten Fällen bei Verkehrsunfällen die Rettungsgasse nicht richtig funktioniere. Bei einer Befragung von 96 Rettungsteams des DRK im vergangenen Sommer habe sich gezeigt, dass nur in 15,6 Prozent der ausgewerteten Einsätze spontan eine Rettungsgasse gebildet wurde. Bei 35,4 Prozent machten Fahrer den Weg für die Rettungskräfte erst nach Aufforderung durch ein Sondersignal frei. „Hier geht wertvolle Zeit verloren, weil der Zugang zur Unfallstelle blockiert wird", sagte Hasselfeldt.

DRK-Presseinfo v. 27.12.2018

Mehr als 137 Millionen Euro geben die Deutschen für Silvesterböller aus. Es wird ausgelassen gefeiert - mitunter jedoch mit schwerwiegenden Folgen wie Handverletzungen, abgerissenen Fingern, Verletzungen am Auge oder Schädelverletzungen. Allein in der Berliner Charité mussten nach der Silvesternacht 2017/18 mehr als 40 Augenverletzungen behandelt werden - doppelt so viel wie in den Vorjahren. „Leider sorgt fahrlässiger Umgang mit Böllern Jahr für Jahr aufs Neue für schwere Verletzungen", warnt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. Er gibt folgende Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass es doch zu Verletzungen kommt:

1. Verbrennungen:

Schnell reagieren! Kleinere Verbrennungen sollten gekühlt werden, großflächige nicht, da sonst eine Unterkühlung droht. Verbrennungen, die größer als die Handfläche sind, erfordern die Behandlung eines Arztes.

2. Handverletzungen:

Größere Wunden müssen umgehend steril abgedeckt werden. Bei größerem Blutverlust rufen Sie sofort einen Notarzt! Falls Finger oder Fingerteile abgerissen wurden, versuchen Sie, diese zu bergen und geben Sie ihn den Rettungskräften mit.

3. Augenverletzung

Verbinden Sie bei einer Augenverletzung immer beide Augen, damit das verletzte Auge nicht mehr bewegt wird. Wichtig ist es, bei ernsten Verletzungen umgehend die 112 zu wählen.

4. Alkoholvergiftung:

Maßloser oder ungewohnter Alkohol-Konsum kann zu einer Vergiftung führen mit lebensgefährlichen Folgen. Ein leichter Rausch ist noch kein Notfall. Wenn jemand durch überhöhten Alkoholgenuss zusammenbricht, muss das jedoch unbedingt ernst genommen werden. Sofort Atmung und Puls prüfen! Bleibt die Person auch nach wiederholten Ansprechversuchen bewusstlos, unbedingt einen Notarzt rufen. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Bewusstlose erbricht und die Atemwege verschlossen werden. Deshalb den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen und möglichst warm halten. In einer kalten Silvesternacht im Freien sind solche Maßnahmen wegen der drohenden Unterkühlung lebensrettend.

DRK-Presseinfo v. 29.09.2018

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Viele Familien nutzen sie für ausgiebige Wandertouren. Bergwacht-Bundesleiter Klemens Reindl gibt praktische Tipps, wie bei der gemeinsamen Naturerfahrung alle gesund und munter bleiben:

 1. „In den Bergen kann sich das Wetter schnell ändern. kleiden Sie sich deshalb in mehreren Schichten, die bei Bedarf abgelegt werden können. Eine Regenjacke gehört in jedem Fall ins Gepäck. Festes, bereits eingelaufenes Schuhwerk sorgt für einen sicheren Tritt.

2. In den Rucksack gehören unbedingt ein Handy mit geladenem Akku und ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Verbandspäckchen mit elastischer Binde, Pinzette, Wunddesinfektionsmittel und persönlichen Medikamenten. Stirnlampe, Taschenmesser sowie eine Rettungsdecke sollten nicht fehlen.

3. Ein voller Bauch steigt nicht gern. – Starten Sie mit leichtem Frühstück in den Tag, wie Müsli, Obst und Joghurt. Auch Vollkornbrote mit Honig oder Aufschnitt sind geeignet. Meiden Sie unterwegs fettreiches Essen. Zwischendurch eignen sich Müsliriegel, Nüsse, Obst oder Brot.

4. Bei einer Tageswanderung müssen Erwachsene mindestens zwei Liter Flüssigkeit aufnehmen, Kinder trinken sogar eineinhalb- bis zweimal so viel. Am besten geeignet sind Wasser, Apfelschorle, Kräuter- oder Früchtetee. Einen Liter Wasser pro Person sollte man als Notration immer dabeihaben.

5. Lassen Sie sich nach der Ankunft erst einmal Zeit, sich an das veränderte Klima zu gewöhnen. Am nächsten Tag bietet sich eine leichte Talwanderung an. Wie weit und wie hoch man mit Kindern gehen kann, hängt von Motivation und Kondition ab. Kinder brauchen Abwechslung und keine ehrgeizigen Etappenziele. Die größte Unfallgefahr entsteht durch Selbstüberschätzung. Das Tempo bestimmt der langsamste Teilnehmer. Planen Sie ausreichend Pausen ein und wählen Sie die Tour so, dass die Kinder sich auch abseits des Weges bewegen können. So sind alle entspannter.

6. Je höher der Berg, desto dünner die Luft und aggressiver die Sonnenstrahlen. Empfindliche Kinderhaut verbrennt besonders schnell.

7. Denken Sie bei Ausflügen in die Natur immer auch an einen Müllsack für Plastikflaschen, Verpackungsmaterial, Essensreste oder benutzte Windeln und Taschentücher, den sie im nächsten Ort, umweltschonend entsorgen können.

8. Wählen Sie bei einem akuten Notfall die Notrufnummer 112. Die Rettungsleitstelle alarmiert bei Bedarf die Bergwacht.

 

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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