DRK-Presseinfo v. 12.02.2018

Wenn die Frostgrade Eisschichten auf die Gewässer zaubern, ist die Verlockung groß, sich auf die vereisten Flüsse und Seen zu wagen. „Ein Spaziergang auf einem nicht freigegebenen Gewässer ist gefährlich und kann zu einem Einbruch ins Eis führen", warnt Andreas Geuther von der DRK-Wasserwacht. „Die einsetzende Unterkühlung führt schon nach wenigen Minuten zum Ertrinken". Geuther erklärt, wie man ins Eis eingebrochenen Personen hilft, ohne sich selbst zu gefährden:

1. Beachten Sie unbedingt die örtlichen Warnhinweise. „Erklären Sie diese auch ihren Kindern. Auf Seen kann das Eis durch Strömungen unterschiedlich dick sein. Industrielle Zuläufe lassen die Wassertemperatur steigen. Besonders gefährlich sind Talsperren, deren Pegel sich ständig ändert. Dort bilden sich unter dem Eis Hohlräume. Auch an Fischerlöchern, Eisrissen und Einbruchstellen ist die Tragfähigkeit verringert. Ein Knistern kündigt an, wenn das Eis bricht. Verlassen Sie sofort kriechend die Eisfläche - auf dem gleichen Weg, auf dem Sie gekommen sind. Warnen Sie andere Personen, die sich auf dem Eis befinden."

2. Schnellstmöglich Notruf (112) absetzen! „Achten Sie auf die eigene Sicherheit. Holen Sie sich weitere Unterstützung, indem Sie laut um Hilfe rufen. An vielen Gewässern werden zur Winterzeit Hilfsmittel wie Rettungsringe und -leinen zur Bergung von eingebrochenen Personen bereitgestellt. Wenn das nicht der Fall ist, reichen Sie der eingebrochenen Person vom Ufer aus einen Schal, einen Stock oder ähnliches und ziehen Sie sie aus dem Wasser. Liegt die Einbruchstelle weiter weg, sichern Sie sich mit einem Seil und „robben" Sie am besten zur Einbruchstelle. Hilfsmittel, wie z.B. eine Leiter, können das eigene Gewicht auf dem Eis verteilen und so vor dem eigenen Einbruch schützen."

3. Um Kreislaufprobleme zu vermeiden, unterkühlte Person langsam erwärmen: „Bringen Sie eine unterkühlte Person in einem warmen Raum. Ziehen Sie ihr vorsichtig die nasse Kleidung aus und wickeln Sie sie in eine warme Decke. Den Betroffenen möglichst wenig bewegen. Bei Bewusstlosigkeit kontrollieren Sie, ob die Person normal atmet. Ist dies der Fall, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Beobachten Sie immer wieder die Atmung. Bei nicht normaler Atmung bzw. Herz- Kreislaufstillstand beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (30 Mal Herzdruckmassage, 2 Mal Beatmen im Wechsel). Hören Sie erst auf, wenn der Rettungsdienst da ist und Sie dazu auffordert."

DRK-Presseinfo v. 09.01.2018

In der Diskussion über Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte in der Silvesternacht hat DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt zu mehr Respekt für die Arbeit der Helfer aufgerufen. „Übergriffe auf Rettungskräfte dürfen auf keinen Fall toleriert werden", sagte Hasselfeldt. Das Rote Kreuz auf weißem Grund sei ein international anerkanntes Schutzzeichen, das von allen respektiert werden müsse.

Das Deutsche Rote Kreuz setze in der Schulung seiner Sanitäter und Helfer vor allem auf Deeskalationstraining und Konfliktvermeidung, um kritische Situationen bei Einsätzen möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen, sagte die DRK-Präsidentin. Dennoch komme es immer wieder zu Übergriffen.

„Wer Sanitäter im Einsatz beschimpft oder gar angreift, gefährdet jedoch die Rettung von Menschenleben und gehört bestraft", sagte Hasselfeldt. Die Strafen für solche Übergriffe seien erst im vergangenen Jahr verschärft worden. Die gesetzlichen Möglichkeiten dazu sollten auch voll ausgeschöpft werden.

In allen Bundesländern übernimmt das DRK rettungsdienstliche Aufgaben insbesondere in den Bereichen Notfallrettung und qualifizierter Krankentransport.

DRK-Presseinfo v. 27.12.2017

Die Silvesternacht ist für die meisten Menschen ein ganz besonderes Erlebnis. Es wird ausgelassen gefeiert - mitunter mit schwerwiegenden Folgen, wie Handverletzungen, abgerissenen Fingern, Verletzungen am Auge oder Schädelverletzungen. „Leider sorgt fahrlässiger Umgang mit Böllern jedes Jahr aufs Neue für schwere Verletzungen", warnt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. „Auch in Feierlaune sollten einige Regeln unbedingt gelten, um unbeschwert in das neue Jahr starten zu können." Er gibt folgende Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass es doch zu Verletzungen kommt:

1. Verbrennungen:

Schnell reagieren! Kleinere Verbrennungen sollen gekühlt werden, großflächige nicht, da sonst eine Unterkühlung droht. Verbrennungen, die größer als die Handfläche sind, erfordern die Behandlung eines Arztes.

2. Handverletzungen:

Größere Wunden müssen sofort steril abgedeckt werden. Bei größerem Blutverlust rufen Sie sofort einen Notarzt! Falls Finger oder Fingerteile abgerissen wurden, versuchen Sie, diese zu bergen und geben Sie ihn den Rettungskräften mit.

3. Augenverletzung

Verbinden Sie bei einer Augenverletzung immer beide Augen, damit das verletzte Auge nicht mehr bewegt wird. Wichtig ist es, bei ernsten Verletzungen umgehend die 112 zu wählen."

4. Alkoholvergiftung:

Maßloser oder ungewohnter Alkohol-Konsum kann zu einer Vergiftung führen mit lebensgefährlichen Folgen. Ein leichter Rausch ist noch kein Notfall. Wenn jemand durch überhöhten Alkoholgenuss zusammenbricht, muss das unbedingt ernst genommen werden. Sofort Atmung und Puls prüfen! Bleibt die Person auch nach wiederholten Ansprechversuchen bewusstlos, unbedingt einen Notarzt rufen. Es besteht die Gefahr, dass der Bewusstlose erbricht und die Atemwege verschlossen werden. Deshalb den Betroffenen in stabile Seitenlage bringen und möglichst warm halten. In einer kalten Silvesternacht im Freien sind solche Maßnahmen wegen der drohenden Unterkühlung lebensrettend."

DRK-Presseinfo v. 28.09.2017

Die Pilzsaison ist in diesem Jahr besonders lang und ergiebig. Dadurch stieg Zahl der Pilzvergiftungen rasant an. Bereits im Juli hatte sich nach Angaben des Giftinformationszentrums-Nord (zuständig für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) die Zahl der Pilzvergiftungen im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. Vorsicht ist also geboten. Immer wieder landen giftige Pilze auf dem Teller, deren Verzehr je nach Menge und Art zum Tod führen kann. DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin erklärt, woran Sie eine Vergiftung erkennen und wie Sie Erste Hilfe leisten können.

Tipp 1: Schwere Vergiftungen kommen mit Verspätung

„Erste Anzeichen einer Pilzvergiftung sind Übelkeit, Krämpfe und Erbrechen, Schweißausbrüche, geistige Verwirrtheit, Unruhe oder Schläfrigkeit. Sie treten häufig innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Verzehr auf. Wenn diese Beschwerden noch später bemerkt werden, deutet das auf eine schwere Vergiftung hin. Dann drohen Organschädigungen und es besteht akute Lebensgefahr."

Tipp 2: Rettungsdienst und Giftnotruf einschalten

„Setzen Sie beim Verdacht einer Pilzvergiftung den Notruf (112) ab und nehmen Sie Kontakt zur Giftnotrufzentrale (030–19 240) auf. Folgen Sie den Anweisungen von Rettungsdienst und Giftnotrufzentrale. Sprechen Sie den Betroffenen an, beruhigen Sie ihn. Fragen Sie nach, wann welche Pilzart verzehrt wurde und die ersten Beschwerden aufgetreten sind. Für eine gezielte Behandlung benötigt der Rettungsdienst möglichst genaue Angaben über Ursache und Verlauf sowie über Art, Zustand, Lagerung und Transport der Pilze. Verwenden Sie keine Hausmittel. Bei Erbrechen geben Sie Hilfestellung, kein zusätzliches Erbrechen herbeiführen. Stellen Sie das Erbrochene, ggf. auch Reste der Mahlzeit sicher und übergeben Sie diese dem Rettungsdienst. Vermeiden Sie den Kontakt mit der giftigen Substanz, z.B. durch Schutzhandschuhe. Überprüfen Sie Atmung und Bewusstsein, beruhigen Sie das Opfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage und decken Sie ihn zu. Bei fehlender normaler Atmung und Bewusstlosigkeit beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (30mal Herzdruckmassage und 2mal Atemspende im Wechsel) „Drücken Sie bei der Herzmassage mit dem Handballen das Brustbein ca. 5-6 cm tief ein, und zwar mehr als 3mal pro 2 Sekunden. Die Herzdruckmassage sollte eine Frequenz von mindestens 100 bis maximal 120mal pro Minute haben. Führen Sie die Maßnahme bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts fort", so Prof. Sefrin.

Tipp 3: So beugen Sie vor

„Essen Sie nichts, was Sie nicht eindeutig bestimmen können. Transportieren und lagern Sie Pilze in einem gut belüfteten Korb, in Plastiktüten können sich Pilze schnell zersetzen. Pilze möglichst schnell verwerten. Auch verdorbene Pilze lösen eine Vergiftung aus. Achten Sie auf die richtige Zubereitung und ausreichende Garzeiten, nur wenige Pilze dürfen roh verspeist werden."

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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