DRK-Presseinfo v. 27.10.2016

Nach dem Wirbelsturm "Matthew“ sind in Haiti Ausbrüche von Cholera weiter eine große Gefahr. Die Zahl der Erkrankungsfälle hat sich mit täglich rund 140 im Vergleich zur Zeit vor dem Wirbelsturm fast verdoppelt. „Nach dem Sturm und den starken Regenfällen ist es vielerorts zu Überschwemmungen gekommen“, sagt Caterina Becorpi, Leiterin des DRK-Büros in Haiti. Zudem seien oftmals neben der Infrastruktur auch die Wasserleitungen zerstört worden. Das DRK wird daher in der am stärksten vom Wirbelsturm betroffenen Region im Department Nippes die Menschen dabei unterstützen, wieder Zugang zu sauberem Wasser zu bekommen und die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Auch wurden bereits 2100 Sets mit Wasserreinigungstabletten zur Vorbeugung gegen Cholera sowie 1000 Hygienesets beschafft und in die betroffene Region transportiert.
Aufgrund versperrter oder verschütteter Straßen infolge der enormen Zerstörungskraft des Hurrikans konnten Helfer noch immer nicht in alle betroffenen Gebiete vordringen. „Neben der Vorbeugung von Cholera ist es aktuell unser Hauptziel, Zugang zu allen der insgesamt rund einer Million Betroffenen zu schaffen und Hilfe zu den Menschen auch in entlegenen Regionen zu bringen“, sagt Becorpi. Den lokalen Behörden zufolge kamen bei dem Wirbelsturm am 4. Oktober hunderte Menschen ums Leben. Mehr als 175.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. „Es ist davon auszugehen, dass in Teilen des Landes die Grundlage für Viehzucht und Ackerbau zu 100 Prozent zerstört wurde. Aber noch immer liegen über das tatsächliche Ausmaß nicht alle Informationen vor“, sagt Becorpi. Im Department Nippes unterstützt das DRK die Bevölkerung bereits seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010. Auch in normalen Zeiten leiden die Menschen dort unter niedrigen Ernteerträgen, schlechtem Zugang zu Wasser und Mangelernährung.

Das DRK bittet dringend um Spenden:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Hurrikan Matthew

 

DRK-Presseinfo v. 18.09.2016

Das Deutsche Rote Kreuz erwartet für die kommenden Wochen und Monate eine deutliche Zunahme der Flüchtlingsströme im Irak infolge einer Verschärfung der Kampfhandlungen und weitet daher seine Hilfen aus. Bereits jetzt sind im Irak mehr als 3,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Kämpfen. „Es wird erwartet, dass im September die Militäroffensive zur Vertreibung des sogenannten Islamischen Staates aus Mosul gestartet wird. „Wir rechnen damit, dass in den darauffolgenden Wochen weitere 230.000 Menschen aus Städten und Dörfern in Anbar und bis zu 660.000 Menschen aus der Gegend in und um Mosul fliehen werden. Sobald die Militäroperationen Mosul selbst erreichen, wird mit bis zu 1.5 Millionen Geflüchteten gerechnet“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK.
Die humanitäre Lage im Irak ist schon jetzt sehr angespannt: Zu den aktuell 3,3 Millionen intern Vertriebenen kommen rund eine Viertelmillion Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien hinzu, welche teils seit mehreren Jahren in Camps und provisorischen Unterkünften im Irak verweilen und ihre Ressourcen restlos aufgebraucht haben. Infolge der  Militäroffensive auf Mosul wird eine humanitäre Katastrophe befürchtet. „Es droht eine Unterversorgung der Geflüchteten mit überlebensnotwendigen Gütern. Die humanitäre Gemeinschaft sowie irakische Behörden befinden sich aktuell in einer intensiven Vorbereitungsphase auf diese Ereignisse. Das DRK stellt aus Spenden und finanziellen Mitteln des Auswärtigen Amtes eine umfassende Planung der Nothilfe für Mosul auf“, sagt Johnen.
Im Rahmen der Ausarbeitung der Notfallpläne wurden Szenarien entwickelt und Fluchtrouten analysiert, mögliche Standorte für Camps bestimmt und erste Vorhersagen über die Anzahl der zu erwartenden Vertriebenen getroffen. Demnach unterstützt das DRK gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond die Versorgung von Geflüchteten direkt nach der Vertreibung in ersten Anlaufstellen. Hier wird die Ausgabe von Trinkwasser und  Hygiene-Artikeln an bis zu 54.000 Familien geplant. Zugleich hilft das DRK bei der Versorgung in Camps und Unterkünften, in denen die Menschen nach ihrer Flucht unterkommen können. Dafür werden mehr als 35.000 Decken, sowie Küchensets, Öfen mit Kerosin und Wasserkanister bereitgestellt.

Das DRK ist dringend auf Spenden angewiesen:
Spendenkonto: IBAN DE63370205000005023307
BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft)
Stichwort: Flüchtlinge Nahost

Hand aufs Herz: Könnten Sie einen Menschen spontan in die stabile Seitenlage bringen? Oder kennen Sie den exakten Ablauf einer Wiederbelebungsmaßnahme? Falls Sie mit „Nein“ oder „Ich weiß nicht“ geantwortet haben, gehören Sie in Deutschland der Mehrheit an. Nach einer Umfrage des DRK trauen sich zwar drei Viertel der Deutschen zu, im Notfall Erste Hilfe zu leisten - was wirklich zu tun ist, wissen aber nur die Wenigsten. Bei 37,5% der Deutschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück.
Um auf die Bedeutung von lebensrettenden Sofortmaßnahmen aufmerksam zu machen, findet daher jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende der Internationale Welt-Erste-Hilfe-Tag statt. Unter dem Motto „Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein“ dreht sich dieses Jahr alles rund um Erste Hilfe für Kinder und von Kindern. Diese sind von Unfällen zuhause, in der Freizeit oder in Kindergarten und Schule vergleichsweise am stärksten betroffen: Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit müssen jährlich rund 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach einem Unfall ärztlich versorgt werden. Um das zu vermeiden, werden am Internationalen Welt-Erste-Hilfe-Tag auch präventive Maßnahmen vorgestellt.
Erste Hilfe betrifft jeden. Ob als Betroffener oder als Helfer, zuhause oder in der Öffentlichkeit – im Notfall können die nötigen Sofortmaßnahmen Leben retten. Frischen Sie daher Ihre Kenntnisse in einem Erste-Hilfe-Kurs des Roten Kreuzes auf.

DRK-Presseinfo v. 19.07.2016

Im östlichen und südlichen Afrika leiden Millionen Menschen an der teilweise noch anhaltenden extremen Dürre sowie deren verheerenden Folgen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt Menschen in Somaliland und Mosambik, die von den Wetterextremen besonders betroffen sind. „Seit Mai 2015 herrscht im südlichen Afrika eine heftige Dürre, die sich durch das El-Niño-Phänomen noch fortlaufend erweitert und verstärkt hat. Die Folgen sind dramatische Ernteausfälle, UN-Angaben zufolge sind in den betroffenen Regionen rund 50 Millionen Menschen akut vom Hunger bedroht", sagt Samuele Tomassini, Projektmanager des DRK in Mosambik.

Im südlichen Mosambik sind 35 Prozent der Anbauflächen vollkommen ausgetrocknet, so dass bis zur nächsten Regenzeit (erwartet für März 2017) keine Lebensmittel produziert werden können. Die Lebensmittelpreise sind inzwischen schon 50 Prozent höher als im letzten Jahr. Das DRK ist bereits seit Jahren in Mosambik im Bereich der Katastrophenvorsorge aktiv. In der Projektregion im Bezirk von Guijà in der Provinz Gaza sind allein 23.000 Menschen akut von Hunger bedroht. „Hier wurde mit Hilfe des DRK mit der Verteilung von Getreidesamen, der Lieferung von Wasserpumpen und der Ausgabe von Mahlzeiten für Kinder in Schulen begonnen", sagt Tomassini.

Auch in Somaliland ist nach ausgebliebenen Regenfällen die Lebensgrundlage von Teilen der Bevölkerung durch akute Dürre bedroht. Der Klimawandel und politische Instabilität sind ohnehin schon große Herausforderungen, der Zugang zu Wasser ist bereits bei gewöhnlichen Wetterlagen schwierig - die aktuelle Lage verschärft die Situation weiter. Das DRK leistet zusammen mit dem Finnischen Roten Kreuz akute Nothilfe. Um die Ernährung zu sichern, werden Geldleistungen für Tierfutter für 450 besonders gefährdete Haushalte vergeben. Insgesamt 720 Haushalte erhalten Unterstützung in der Feldarbeit durch zur Verfügung gestellte Traktoren. Da auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung für viele Menschen in der Region nur sehr schwer möglich ist, versorgen mobile Gesundheitsstationen die Bevölkerung mit medizinischen Leistungen und Medikamenten. Von den Gesundheitsleistungen profitieren etwa 46.000 Menschen.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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