DRK-Presseinfo v. 22.05.2017

Das verlängerte Wochenende zu Himmelfahrt ist wie geschaffen für einen ausgedehnten Grillabend. Doch Vorsicht, jedes Jahr kommt es in Deutschland zu rund 4.000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge. Sie können lebensbedrohlich sein. Das DRK erklärt, wie Sie bei einem Grillunfall richtig helfen. Häufigste Ursache für einen Unfall am Grill ist der falsche Umgang mit Brandbeschleunigern. Sie werden in die beginnende Glut gegossen, um den Grill schneller anzuheizen. Dabei kann eine Stichflamme entstehen, die nicht nur die Person am Grill verletzt, sondern auch auf Umstehende übergreifen kann.

Tipp 1: Bei schweren Verbrennungen Notruf 112 absetzen

Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen (mehr als ein Unterarm) sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden. Verbrennungen verursachen erhebliche Schmerzen, die der Notarzt durch wirksame Schmerzmittel begrenzen kann.

Tipp 2: Flammen am Körper löschen oder ersticken

Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke oder ein großflächiges Kleidungsstück fest auf den Körper drücken und die Flammen vom Kopf an abwärts ausstreichen. Vorsicht: Nutzen Sie auf keinen Fall eine Decke aus Synthetik! Löschen Sie den Brand mit Wasser. Ist ein Feuerlöscher zur Hand, dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht spritzen. Der Einsatz erfolgt in kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts. Entfernen Sie verbrannte Kleidung. Wenn diese mit der Haut verklebt sind, schneiden Sie um die Verklebung herum. Kleidung speichert die Wärme und kann so weiteres Gewebe schädigen.

Tipp 3: Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen

Hautschädigungen treten bei Verbrennungen schon nach wenigen Sekunden ein. DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin rät: „Große Brandwunden nicht kühlen. Bei kleinflächigen Wunden (bis zur Größe einer Handfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen eine Unterkühlung nach sich ziehen. Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden-)Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck. Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke ab, um eine Auskühlung zu verhindern. 'Hausmittel´ wie Salben, Öl oder Mehl gehören keinesfalls auf eine Brandwunde!"

Tipp 4: Sorgen Sie für Sicherheit!

Grillen Sie ausschließlich im Freien. Nur feste Grillanzünder und Brennpasten verwenden. Niemals flüssigen Brennstoff auf die heiße Kohle gießen. Halten Sie einen Eimer mit Löschwasser griffbereit. Achten Sie auf einen sicheren Stand des Grills. Spielende Kinder und tobende Hunde könnten ihn umwerfen. Alkoholisierte Personen nicht den Grill bedienen lassen. Klären Sie Kinder ihrem Alter entsprechend über den Umgang mit und die Gefahren von offenem Feuer auf.

Weitere Erste-Hilfe-Anleitungen unter www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung.html

DRK-Presseinfo v. 19.05.2017

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) macht angesichts der bevorstehenden UN-Konferenz für Katastrophenvorsorge im mexikanischen Cancun auf die wachsende Bedeutung des Klimawandels und seine humanitären Folgen aufmerksam. „Das globale Wetterphänomen „El Niño", das auch für die aktuell anhaltende Dürre mit verheerenden Folgen in Teilen Ostafrikas verantwortlich ist, ist nur eine der Folgen des Klimawandels.Wir beobachten, dass sich die Zahl der Extremwetterereignisse in den vergangenen Jahren stark erhöht hat", sagt Alexandra Rüth, Klimaexpertin beim DRK. „Und wir sehen die katastrophalen Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Regionen. Dies stellt die humanitäre Hilfe vor immense Herausforderungen."

Denn der Bedarf an humanitärer Hilfe infolge einer Zunahme von massiven Regenfällen und Überschwemmungen, tropischen Wirbelstürmen sowie von Hitzewellen und Dürren ist extrem gestiegen. Die Gesamtkosten der weltweit entstandenen Schäden infolge von Naturkatastrophen beliefen sich allein im Jahr 2015 auf rund 62,64 Milliarden Euro. Investitionen in innovative Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen sind angesichts dieser enormen Zahl wichtiger denn je. „Wir als DRK setzen verstärkt auf das Instrument des sogenannten Forecast-based financing. Dabei geht es darum, vorhandene Wettervorhersagen zu nutzen und auf steigende Extremwetterrisiken in bestimmten Ländern und Regionen frühzeitig mit festgelegten Standardmaßnahmen zu reagieren. In ausgewählten Pilotländern wurden dazu spezielle Schwellenwerte zur Frühwarnung entwickelt. Beim Eintritt dieser Schwellenwerte werden dann vorab erarbeitete Vorsorgemaßnahmen wie etwa die Ausgabe von Hilfsgütern eingeleitet", sagt Rüth.

„Im Prinzip befolgen wir damit die einfache Regel: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Und das zahlt sich für die betroffenen Menschen ganz klar aus. Durch die Maßnahmen, die bei Überschreiten der Schwellenwerte bereits vor Eintritt einer Flut oder eines Sturms eigeleitet werden, sind die Menschen vorbereitet. Sie können die schädlichen Folgen des Extremwetters besser abfedern", fügt Rüth hinzu. Das Deutsche Rote Kreuz hat in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen und wird bei der fünften Ausgabe der Global Platform for Disaster Risk Reduction (GPDRR), die am 22. Mai in Cancun beginnt, über Erfahrungen mit dem Instrument berichten.

DRK-Presseinfo v. 18.05.2017

Das Deutsche Rote Kreuz fordert einen schnelleren Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren, um die bestehenden Engpässe an Kitaplätzen zu beheben. „Die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder dieses Alters ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die noch konsequenter in Angriff genommen werden muss", sagt DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg. „Auf diese wachsende Nachfrage schnell zu reagieren und den Ausbau von Kitas und Kindertagespflege gezielt voranzutreiben, ist nicht nur für die Kinder und ihre Familien wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft." Erhebungen zufolge fehlen bundesweit in Deutschland rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

„Eine gute frühkindliche Bildung und Erziehung ermöglicht allen Kindern trotz unterschiedlichster Startbedingungen bessere Zukunftschancen. Besonders für Kinder aus bildungsfernen oder armen Familien können Nachteile abgebaut werden und Lebensverläufe positiv beeinflusst werden", sagt Frau von Schenck und fügt hinzu: „Schon allein die Sprachförderung in Kitas verbessert den späteren Schulstart. Doch es geht auch um andere Themen wie Ernährung, Gesundheit und soziale Kompetenz für alle Kinder. Davon profitieren nicht nur die Kinder. Auch Mütter und Väter können durch ausreichende Kitaplätze früher in den Beruf zurückkehren. Angesichts der Fachkräftemangels ist nicht einzusehen, warum gut qualifizierte junge Eltern, die gern wieder arbeiten möchten, zu Hause bleiben müssen, obwohl sie doch seit 2013 einen Rechtsanspruch auf Betreuung ab den ersten Lebensjahr des Kindes haben."

Ebenso wichtig sei aber auch die Weiterentwicklung der Qualität der Kita-Angebote. „Deshalb müssen schnellstens Eckpunkte für ein bundeseinheitliches Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen werden", sagt Frau von Schenck mit Blick auf die heute eröffnete Konferenz der Jugend- und Familienminister der Länder in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Dabei gehe es darum, bundesweit vergleichbare Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen in Einrichtungen Kindertagesbetreuung zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel ein besseres Verhältnis der Zahl von Fachkräften zur Zahl der Kinder oder um bedarfsgerechte Öffnungszeiten. Um ausreichend Fachkräfte einsetzen zu können, sind zudem gemeinsame Anstrengungen zur Ausbildung und Gewinnung durch Bund, Länder, Kommunen und Träger notwendig. Für die Finanzierung sei eine verbindliche Regelung wichtig, mit der Bundesmittel dauerhaft für die Weiterentwicklung der Qualität der Kitas eingesetzt werden können.

Das DRK betreibt bundesweit rund 1.480 Kindertageseinrichtungen, in denen mehr als 106.000 Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren von 16.000 pädagogischen Fachkräften betreut werden.

DRK-Presseinfo v. 05.05.2017

Ehrenamtliches Engagement für das Rote Kreuz ist das zentrale Thema des diesjährigen Weltrotkreuztages am 8. Mai. Das „Deutsche Rote Team" ist eines der neuen Plakatmotive der DRK-Kampagne „ZEICHEN SETZEN!", mit denen bundesweit an zahlreichen Fern- und U-Bahnhöfen für mehr Unterstützung der größten Hilfsorganisation Deutschlands geworben wird. „So wie sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren durch dramatischen Wandel im Altersaufbau der Bevölkerung verändern wird, ist abzusehen, dass der Bedarf an Hilfe zunimmt - ob Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfe oder klassisches soziales Ehrenamt", sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters anlässlich des Weltrotkreuztages 2017.

„Erfreulicherweise gibt es nach wie vor ein erhebliches Potential der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung selbst. Der Wert dieses ehrenamtlichen Engagements lässt sich in Geld überhaupt nicht ausdrücken. Er ist unter finanziellen und politischen Gesichtspunkten unbezahlbar", sagt Seiters. Allein im DRK seien mehr als 400.000 ehrenamtliche Helfer engagiert.

Das Deutsche Rote Kreuz ist Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, zu der 190 nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften gehören. „Wir agieren in einem weltweit einzigartigen Netzwerk mit insgesamt rund 17 Millionen Freiwilligen, die alle nach den Grundsätzen Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität zusammenarbeiten. Wir helfen auf der ganzen Welt Menschen in Not", sagt Seiters.

Im Umfeld des diesjährigen Weltrotkreuztages am 8. Mai schenken in den nächsten Tagen Rotkreuzler bundesweit an zahlreichen Standorten Gratis-Kaffee aus. Unter dem Motto: „Rotes Kreuz – kein kalter Kaffee" wollen sie an belebten Plätzen mit Passanten ins Gespräch kommen.

Mehr über die Aktionen zum diesjährigen Weltrotkreuztag erfahren Sie unter: https://www.drk.de/das-drk/setze-ein-zeichen/aktionstag/

Auch in den sozialen Medien wird das Rote Kreuz aktiv: auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube zeigen Mitarbeiter, Freiwillige und Kreis- und Ortsverbände mit Clips, Gifs und Fotos sich und ihre abwechslungsreiche Arbeit.

Hintergrund zum Weltrotkreuztag:

Am 8. Mai 1828 wurde der Gründer der Rotkreuz-Bewegung, der Schweizer Henry Dunant geboren. Seit 1948 wird dieser Tag von inzwischen 190 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften weltweit als Weltrotkreuztag begangen.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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