DRK-Presseinfo v. 18.05.2017

Das Deutsche Rote Kreuz fordert einen schnelleren Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren, um die bestehenden Engpässe an Kitaplätzen zu beheben. „Die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder dieses Alters ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die noch konsequenter in Angriff genommen werden muss", sagt DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg. „Auf diese wachsende Nachfrage schnell zu reagieren und den Ausbau von Kitas und Kindertagespflege gezielt voranzutreiben, ist nicht nur für die Kinder und ihre Familien wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft." Erhebungen zufolge fehlen bundesweit in Deutschland rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

„Eine gute frühkindliche Bildung und Erziehung ermöglicht allen Kindern trotz unterschiedlichster Startbedingungen bessere Zukunftschancen. Besonders für Kinder aus bildungsfernen oder armen Familien können Nachteile abgebaut werden und Lebensverläufe positiv beeinflusst werden", sagt Frau von Schenck und fügt hinzu: „Schon allein die Sprachförderung in Kitas verbessert den späteren Schulstart. Doch es geht auch um andere Themen wie Ernährung, Gesundheit und soziale Kompetenz für alle Kinder. Davon profitieren nicht nur die Kinder. Auch Mütter und Väter können durch ausreichende Kitaplätze früher in den Beruf zurückkehren. Angesichts der Fachkräftemangels ist nicht einzusehen, warum gut qualifizierte junge Eltern, die gern wieder arbeiten möchten, zu Hause bleiben müssen, obwohl sie doch seit 2013 einen Rechtsanspruch auf Betreuung ab den ersten Lebensjahr des Kindes haben."

Ebenso wichtig sei aber auch die Weiterentwicklung der Qualität der Kita-Angebote. „Deshalb müssen schnellstens Eckpunkte für ein bundeseinheitliches Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen werden", sagt Frau von Schenck mit Blick auf die heute eröffnete Konferenz der Jugend- und Familienminister der Länder in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Dabei gehe es darum, bundesweit vergleichbare Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen in Einrichtungen Kindertagesbetreuung zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel ein besseres Verhältnis der Zahl von Fachkräften zur Zahl der Kinder oder um bedarfsgerechte Öffnungszeiten. Um ausreichend Fachkräfte einsetzen zu können, sind zudem gemeinsame Anstrengungen zur Ausbildung und Gewinnung durch Bund, Länder, Kommunen und Träger notwendig. Für die Finanzierung sei eine verbindliche Regelung wichtig, mit der Bundesmittel dauerhaft für die Weiterentwicklung der Qualität der Kitas eingesetzt werden können.

Das DRK betreibt bundesweit rund 1.480 Kindertageseinrichtungen, in denen mehr als 106.000 Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren von 16.000 pädagogischen Fachkräften betreut werden.

DRK-Presseinfo v. 05.05.2017

Ehrenamtliches Engagement für das Rote Kreuz ist das zentrale Thema des diesjährigen Weltrotkreuztages am 8. Mai. Das „Deutsche Rote Team" ist eines der neuen Plakatmotive der DRK-Kampagne „ZEICHEN SETZEN!", mit denen bundesweit an zahlreichen Fern- und U-Bahnhöfen für mehr Unterstützung der größten Hilfsorganisation Deutschlands geworben wird. „So wie sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren durch dramatischen Wandel im Altersaufbau der Bevölkerung verändern wird, ist abzusehen, dass der Bedarf an Hilfe zunimmt - ob Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfe oder klassisches soziales Ehrenamt", sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters anlässlich des Weltrotkreuztages 2017.

„Erfreulicherweise gibt es nach wie vor ein erhebliches Potential der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung selbst. Der Wert dieses ehrenamtlichen Engagements lässt sich in Geld überhaupt nicht ausdrücken. Er ist unter finanziellen und politischen Gesichtspunkten unbezahlbar", sagt Seiters. Allein im DRK seien mehr als 400.000 ehrenamtliche Helfer engagiert.

Das Deutsche Rote Kreuz ist Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, zu der 190 nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften gehören. „Wir agieren in einem weltweit einzigartigen Netzwerk mit insgesamt rund 17 Millionen Freiwilligen, die alle nach den Grundsätzen Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität zusammenarbeiten. Wir helfen auf der ganzen Welt Menschen in Not", sagt Seiters.

Im Umfeld des diesjährigen Weltrotkreuztages am 8. Mai schenken in den nächsten Tagen Rotkreuzler bundesweit an zahlreichen Standorten Gratis-Kaffee aus. Unter dem Motto: „Rotes Kreuz – kein kalter Kaffee" wollen sie an belebten Plätzen mit Passanten ins Gespräch kommen.

Mehr über die Aktionen zum diesjährigen Weltrotkreuztag erfahren Sie unter: https://www.drk.de/das-drk/setze-ein-zeichen/aktionstag/

Auch in den sozialen Medien wird das Rote Kreuz aktiv: auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube zeigen Mitarbeiter, Freiwillige und Kreis- und Ortsverbände mit Clips, Gifs und Fotos sich und ihre abwechslungsreiche Arbeit.

Hintergrund zum Weltrotkreuztag:

Am 8. Mai 1828 wurde der Gründer der Rotkreuz-Bewegung, der Schweizer Henry Dunant geboren. Seit 1948 wird dieser Tag von inzwischen 190 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften weltweit als Weltrotkreuztag begangen.

DRK-Presseinfo v. 31.03.2017

Die vor zwei Jahren in Kraft getretenen umfangreichen Änderungen bei der Erste-Hilfe-Ausbildung haben sich bewährt. Zu dieser Einschätzung kommt der DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin: „Die Zahl der Lehrgangsteilnehmer wächst und das Echo der Kursteilnehmer ist viel positiver als beim alten Konzept.“

Vor zwei Jahren war die Erste-Hilfe-Ausbildung bundesweit auf neun Unterrichtseinheiten (45 Minuten) vereinheitlicht worden. Während Führerscheinanwärter seitdem rund eine Stunde länger als bis dahin Erste Hilfe trainieren müssen, verkürzte sich für Ersthelfer in Betrieben die Ausbildung auf einen Tag. „Diese Straffung der Rotkreuz-Kurse kommt ebenso wie die Orientierung auf mehr Praxistraining sehr gut an“, sagt Sefrin.

„Rotkreuzinterne Umfragen haben eindeutig ergeben, dass die Teilnehmer  den verstärkten Praxisbezug und die umfangreichen Trainingsmöglichkeiten begrüßen. Auch von den Betrieben, die ja zur Ausbildung von Ersthelfern verpflichtet sind und ihre Mitarbeiter dafür freistellen müssen, wird die verkürzte Lehrgangsdauer befürwortet. Der DRK-Landesverband Nordrhein zum Beispiel verzeichnet einen regelrechten Run auf die Rotkreuz-Kurse. Mit der Reduzierung der Lehrgangsdauer wollten wir gleichzeitig die Hemmschwelle für den Besuch eines Rotkreuz-Kurses senken. Um Vergessenes wieder ins Bewusstsein zu rücken und aktuelle medizinische Erkenntnisse nutzen zu können, sollten Erste-Hilfe-Kurse mindestens aller zwei Jahre wiederholt werden“, empfiehlt Sefrin.

„Der größte Teil von Notfällen ereignet sich im persönlichen Umfeld, Wer dann in der Lage ist, richtig Erste Hilfe zu leisten, rettet damit gegebenenfalls   Familienangehörige, Freunde, Kollegen“, betont der DRK-Bundesarzt.  Das Deutsche Rote Kreuz bildet jährlich rund 1,3 Millionen Menschen als Ersthelfer aus.
 
Eine Übersicht aller Rotkreuz-Kurs-Angebote finden Sie unter http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kurse-in-erster-hilfe.html oder über das DRK-Servicehotline 0800 365000.

DRK-Presseinfo v. 06.03.2017

Sechs lange Jahre erdulden die Menschen in Syrien nun bereits einen bewaffneten Konflikt in ihrem Land. Mehr Menschen denn je wurden inzwischen durch die Kämpfe um ihre Existenzgrundlage gebracht. „Das Land liegt in weiten Teilen in Trümmern und 13,5 Millionen Syrer sind permanent auf humanitäre Hilfe angewiesen – das entspricht mehr als der Hälfte der ehemaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Umso stärker ist unsere Hoffnung auf eine politische Lösung des Konflikts. Die Wiederaufnahme der Friedensgespräche und die - wenn auch bislang brüchige - Waffenruhe sind dabei sicher kleine Schritte in die richtige Richtung“, sagt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters.

„Aber es gibt nichts zu beschönigen: Die Menschen leiden heute, sechs Jahre nach dem Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen, mehr als je zuvor“, sagt Seiters. Mehr als vier Millionen Syrer sind inzwischen ins Ausland geflüchtet. Im Land sind weiterhin 6,3 Millionen Binnenvertriebene auf der Flucht vor der Gewalt. Während ein Teil der Menschen auf der Flucht in Auffanglagern oder bei Gastfamilien untergekommen ist, lebt der Großteil der Flüchtlinge in der Region in Notunterkünften, einfachen Hüttenansammlungen oder in leerstehenden Gebäuden.

Das DRK leistet bereits seit 2012 humanitäre Hilfe in Syrien und den betroffenen Nachbarländern und arbeitet dabei eng mit seinen Nationalen Schwestergesellschaften wie dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zusammen. „Mithilfe von Spenden und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes sowie der EU konnten wir seither unter anderem 352.458 Nahrungsmittelpakete ins Krisengebiet bringen – das entspräche übereinandergestapelt etwa zehn Mal der Höhe des Mount Everest. Wir sind betroffen, dass Hilfe in diesem Ausmaß nötig ist, aber auch stolz, dass wir sie leisten konnten. Und wir werden weiter helfen“, sagte Seiters.

Das DRK unterstützte zudem mit beispielsweise bis heute über einer Million Familienpakete mit Hygieneartikeln und knapp 600.000 Chlortabletten, mit denen jeweils 1000 Liter Trinkwasser aufbereitet werden können. Daneben lieferte das DRK auch 23 Gabelstapler, 30 Generatoren und 18 LKW nach Syrien, um die Hilfsgüter vor Ort auch verteilen zu können.       
       
(Weitere Infos unter www.drk.de/syrien)

 

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