DRK-Presseinfo v. 31.03.2017

Die vor zwei Jahren in Kraft getretenen umfangreichen Änderungen bei der Erste-Hilfe-Ausbildung haben sich bewährt. Zu dieser Einschätzung kommt der DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin: „Die Zahl der Lehrgangsteilnehmer wächst und das Echo der Kursteilnehmer ist viel positiver als beim alten Konzept.“

Vor zwei Jahren war die Erste-Hilfe-Ausbildung bundesweit auf neun Unterrichtseinheiten (45 Minuten) vereinheitlicht worden. Während Führerscheinanwärter seitdem rund eine Stunde länger als bis dahin Erste Hilfe trainieren müssen, verkürzte sich für Ersthelfer in Betrieben die Ausbildung auf einen Tag. „Diese Straffung der Rotkreuz-Kurse kommt ebenso wie die Orientierung auf mehr Praxistraining sehr gut an“, sagt Sefrin.

„Rotkreuzinterne Umfragen haben eindeutig ergeben, dass die Teilnehmer  den verstärkten Praxisbezug und die umfangreichen Trainingsmöglichkeiten begrüßen. Auch von den Betrieben, die ja zur Ausbildung von Ersthelfern verpflichtet sind und ihre Mitarbeiter dafür freistellen müssen, wird die verkürzte Lehrgangsdauer befürwortet. Der DRK-Landesverband Nordrhein zum Beispiel verzeichnet einen regelrechten Run auf die Rotkreuz-Kurse. Mit der Reduzierung der Lehrgangsdauer wollten wir gleichzeitig die Hemmschwelle für den Besuch eines Rotkreuz-Kurses senken. Um Vergessenes wieder ins Bewusstsein zu rücken und aktuelle medizinische Erkenntnisse nutzen zu können, sollten Erste-Hilfe-Kurse mindestens aller zwei Jahre wiederholt werden“, empfiehlt Sefrin.

„Der größte Teil von Notfällen ereignet sich im persönlichen Umfeld, Wer dann in der Lage ist, richtig Erste Hilfe zu leisten, rettet damit gegebenenfalls   Familienangehörige, Freunde, Kollegen“, betont der DRK-Bundesarzt.  Das Deutsche Rote Kreuz bildet jährlich rund 1,3 Millionen Menschen als Ersthelfer aus.
 
Eine Übersicht aller Rotkreuz-Kurs-Angebote finden Sie unter http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kurse-in-erster-hilfe.html oder über das DRK-Servicehotline 0800 365000.

DRK-Presseinfo v. 06.03.2017

Sechs lange Jahre erdulden die Menschen in Syrien nun bereits einen bewaffneten Konflikt in ihrem Land. Mehr Menschen denn je wurden inzwischen durch die Kämpfe um ihre Existenzgrundlage gebracht. „Das Land liegt in weiten Teilen in Trümmern und 13,5 Millionen Syrer sind permanent auf humanitäre Hilfe angewiesen – das entspricht mehr als der Hälfte der ehemaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Umso stärker ist unsere Hoffnung auf eine politische Lösung des Konflikts. Die Wiederaufnahme der Friedensgespräche und die - wenn auch bislang brüchige - Waffenruhe sind dabei sicher kleine Schritte in die richtige Richtung“, sagt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters.

„Aber es gibt nichts zu beschönigen: Die Menschen leiden heute, sechs Jahre nach dem Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen, mehr als je zuvor“, sagt Seiters. Mehr als vier Millionen Syrer sind inzwischen ins Ausland geflüchtet. Im Land sind weiterhin 6,3 Millionen Binnenvertriebene auf der Flucht vor der Gewalt. Während ein Teil der Menschen auf der Flucht in Auffanglagern oder bei Gastfamilien untergekommen ist, lebt der Großteil der Flüchtlinge in der Region in Notunterkünften, einfachen Hüttenansammlungen oder in leerstehenden Gebäuden.

Das DRK leistet bereits seit 2012 humanitäre Hilfe in Syrien und den betroffenen Nachbarländern und arbeitet dabei eng mit seinen Nationalen Schwestergesellschaften wie dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zusammen. „Mithilfe von Spenden und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes sowie der EU konnten wir seither unter anderem 352.458 Nahrungsmittelpakete ins Krisengebiet bringen – das entspräche übereinandergestapelt etwa zehn Mal der Höhe des Mount Everest. Wir sind betroffen, dass Hilfe in diesem Ausmaß nötig ist, aber auch stolz, dass wir sie leisten konnten. Und wir werden weiter helfen“, sagte Seiters.

Das DRK unterstützte zudem mit beispielsweise bis heute über einer Million Familienpakete mit Hygieneartikeln und knapp 600.000 Chlortabletten, mit denen jeweils 1000 Liter Trinkwasser aufbereitet werden können. Daneben lieferte das DRK auch 23 Gabelstapler, 30 Generatoren und 18 LKW nach Syrien, um die Hilfsgüter vor Ort auch verteilen zu können.       
       
(Weitere Infos unter www.drk.de/syrien)

 

DRK-Presseinfo v. 08.02.2017

Was ist ein Notfall? Wann hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst? Wofür ist der Giftnotruf zuständig?  Wenn Menschen in Not sind, muss es schnell gehen. Das Deutsche Rote Kreuz erklärt zum Europäischen Tag des Notrufs 112 am 11. Februar, welche Nummer wann die richtige ist.

Bei Lebensgefahr: europaweit Notruf-Nummer 112
DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin: „Die 112 muss gewählt werden, wenn es lebensgefährlich wird. Dazu gehören schwere Unfälle, Vergiftungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot, starker Blutverlust und andere lebensbedrohliche Situationen. Die 112 ist kostenfrei und kann europaweit auch vom Handy aus ohne Vorwahl gewählt werden.“ Die Rettungsleitstelle fragt die wichtigsten Daten ab: Was ist wo geschehen? Welche Verletzungen oder Erkrankungen? Wer meldet? Danach sollte man nicht auflegen, sondern Rückfragen der Leitstelle abwarten. Wer nicht sprechen kann, sollte sich durch Klopfen oder andere Geräusche bemerkbar machen und eine Weile nicht auflegen. Der Anruf kann zurückverfolgt werden. Sefrin: „Bitte keine Bagatellen an die 112 melden, diese blockieren sonst die echten Notfälle.

In Deutschland hilft bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der Hausarzt oder, wenn dieser nicht dienstbereit ist, der Ärztliche Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117). Er ist für Patienten gedacht, die außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes eine dringende ambulante Behandlung benötigen, sich aber nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Neben speziellen Bereitschaftsdienstpraxen bieten viele Kassenärztliche Vereinigungen auch einen Hausbesuchsdienst an. Die 116 117 ist also keine Notrufnummer im eigentlichen Sinne. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist der richtige Kontakt beispielsweise bei hohem Fieber in der Nacht oder einer akuten Magenverstimmung am Wochenende, wenn man normalerweise zum Hausarzt gehen würde.“

Der Gift-Notruf hat keine bundesweit einheitliche Nummer. Die zuständige Zentrale findet man im Telefonbuch oder unter https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/der-kleine-lebensretter/vergiftungen/ Der Gift-Notruf gibt Tipps zur Ersten Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder kann Entwarnung bei harmlosen Substanzen geben. Sefrin: „Wenn Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen, Schweißausbrüche, geistige Verwirrtheit, Unruhe oder Schläfrigkeit nach Kontakt mit verdächtigen Substanzen auftreten, gleich den Notruf 112 alarmieren.“

DRK-Presseinfo v. 16.01.2017

Für die nächsten Tage sind Minusgrade angesagt, die uns in den Wintermodus zwingen, der Unterkühlungs- und Glatteisgefahr mit sich bringt. DRK-Bundesarzt Professor Peter Sefrin gibt Tipps, wie Sie sich beim Aufenthalt im Freien durch vorbeugende Maßnahmen vor diesen Gefahren schützen und im Ernstfall Erste Hilfe leisten können.  

1. „Zwiebellook“ ist angesagt - Warm und in Schichten kleiden: „Mehrere Schichten wärmen besser als eine dicke. Die äußerste Schicht sollte winddicht sein.  Nicht ohne Mütze aus dem Haus gehen, denn ein Großteil der Wärme verliert der Mensch über den Kopf. Eine Mütze, die den ganzen Kopf bedeckt, ist besser als ein Stirnband. Ein Schal kann zur Not bis unter die Augen gezogen werden und schützt die kälteempfindliche Nase- und Wangenpartien. Hände und Füße sollten besonders geschützt werden. Fausthandschuhe sind wärmer als Fingerhandschuhe, da sich die Finger darin gegenseitig aufwärmen.“

2. Wer bibbert, muss rein: „Achten Sie auf Unterkühlung! Kinder sind davon schneller als Erwachsene betroffen. Zittern, blässliche Haut und blaue Lippen sind die ersten Anzeichen. Bringen Sie eine unterkühlte Person in einen normal warmen Raum und ziehen Sie nasse, kalte Kleidung aus. Hüllen Sie sie in eine Decke ein. Alkoholfreie warme - nicht heiße - Getränke mit Zucker helfen bei der Erwärmung.“
 
3. Bei extremer Kälte möglichst nicht zu lange im Freien aufhalten: „Wer draußen sein muss, sollte immer wieder Aufwärmpausen einlegen. Wer zu lange in der Kälte gewesen ist, kann neben einer Unterkühlung auch Erfrierungen bekommen. Verfärbt sich die Haut weiß, gelblich oder grau und schmerzt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei Verdacht auf Erfrierungen die Hautstelle nur locker keimfrei abdecken, langsam und vorsichtig aufwärmen. Lockern Sie beengende Kleidungsstücke. Rubbeln oder Reiben kann zu noch schlimmeren Verletzungen führen. Übrigens: Ausreichend trinken ist auch bei Kältegraden wichtig. Aber weder Alkohol noch Koffein, denn diese Stoffe erschweren dem Körper, Wärme zu produzieren. Warme Getränke sind das Beste, ansonsten Wasser.“

3. Bei Stürzen schnell reagieren: „Stürze haben häufig Prellungen und Verstauchungen zur Folge. Sofern möglich bringen Sie den Betroffenen zunächst in einen warmen, trockenen Raum und stellen Sie den schmerzenden Körperteil ruhig. Kühlen Sie die Verletzungsstelle so schnell wie möglich, z.B. mit einem Kühlelement (immer direkten Hautkontakt mit dem Kühlelement vermeiden, indem Sie dieses mit einem Tuch umwickeln). Entlasten und stabilisieren Sie das betroffene Gelenk durch einen elastischen Verband. Legen Sie den Verband in natürlicher Stellung an und kontrollieren Sie noch einmal nach zehn bis zwanzig Minuten. Der betroffene Körperteil sollte erhöht ruhen. Sollten sich die Beschwerden nicht bessern, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Um Sturzverletzungen zu vermeiden, sind feste Schuhe mit einer guten Profilsohle die richtigen Begleiter, wenn es rutschig wird. Lassen Sie Fahrrad, Laufrad oder den Roller stehen.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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