DRK-Presseinfo v. 18.04.2016

Nach dem schweren Erdbeben in Ecuador sind rund 800 Helfer des Ecuadorianischen Roten Kreuzes rund um die Uhr damit beschäftigt, weitere Verschüttete zu bergen und die Überlebenden zu versorgen. Medizinisches Personal und mobile Behandlungszentren sind im Einsatz. „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen akuter Bedarf nach Gesundheits- und Traumaversorgung sowie nach psychosozialer  Unterstützung zu erwarten sind“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz. Das DRK ruft zu Spenden auf.

Am Samstag war die Pazifikküste von Erdstößen der Stärke 7,8 erschüttert worden. Vor allem die Küstenregionen mit ihren Touristen-Stränden sowie die Hafenmetropole Guayaquil waren betroffen. Das Epizentrum des Bebens lag an der Grenze zwischen den Provinzen Esmeraldas und Manabí. Die Erdstöße waren auch im 170 Kilometer entfernten Quito sowie im Norden Perus und im Süden Kolumbiens zu spüren. Aus den beiden Ländern liegen bisher keine Berichte über Todesopfer vor.

Das Kolumbianische und das Mexikanische Rote Kreuz hatten bereits am Sonntag zusammen 109  Spezialisten aus den Bereichen ‚Search and Rescue‘, psychosoziale Betreuung und Telekommunikation in die Region gebracht. Auch das DRK hat seine Hilfe angeboten: „Wir stehen bereit, unserer Schwesterorganisation und den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen, deren Häuser zerstört wurden und die vor dem Nichts stehen“, sagte Christof Johnen.

Das DRK unterhält gute Beziehungen zum Ecuadorianischen Roten Kreuz und hatte bereits in der Vergangenheit explizit in der jetzt betroffenen Provinz Esmeraldas Helfer in Katastrophenvorsorge geschult. „Die Mitarbeiter und Freiwilligen des Roten Kreuzes vor Ort  tun alles, um den betroffenen Menschen zu helfen. Sie sind unermüdlich um Einsatz und sie sind gut ausgebildet“, sagte Johnen. Die Behörden gehen aktuell von 276Toten und 2.068 Verletzten aus.

DRK-Presseinfo v. 15.04.2016

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht in den jetzt von der Bundesregierung vorgestellten Eckpunkten eines Integrationsgesetzes einen wichtigen Schritt für die Eingliederung von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft. Das gelte besonders für die Integration in den Arbeitsmarkt, sagte DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. „Deshalb ist es wichtig, dass dieses Gesetzesvorhaben möglichst schnell von der Politik umgesetzt wird. Die Integration von Flüchtlingen ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Gesellschaft für die nächsten Jahre. " Nachbesserungsbedarf gebe es jedoch insbesondere beim Angebot für Sprachkurse.

Aus Sicht des DRK ist der bedarfsgerechte Ausbau von Deutsch- und Alphabetisierungskursen dringend notwendig. Das gelte auch für die Angebote der beruflichen Bildung und die Schaffung möglichst vieler versicherungspflichtiger Arbeitsplätze, sagte Seiters. Das DRK rechne nicht damit, dass der größte Teil der nach Deutschland eingereisten Schutzsuchenden kurzfristig wieder in die Herkunftsländer zurückkehren werde.

„Die weitaus meisten Menschen, die bei uns Schutz suchen, sind hoch motiviert, die deutsche Sprache zu erlernen und in Deutschland Fuß zu fassen. Wir müssen dafür schnell die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen", sagte Seiters. Es sei wichtig, dass die Flüchtlinge, gerade auch die mit Bleibeperspektive, frühzeitig gefördert werden. „Es ist aber auch wichtig, dass die Flüchtlinge aufgefordert werden, sich fördern und integrieren zu lassen", sagte Seiters. Außerdem sollten auch berufsqualifizierende Schulungen für Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive angeboten werden, damit diese ihre Kenntnisse dann in ihren Heimatländern nutzen könnten.

DRK-Präsident Seiters sprach sich außerdem dafür aus, die Asylverfahren deutlich zu beschleunigen. Auch für die Flüchtlinge sei es wichtig, möglichst schnell Klarheit über ihre weitere Perspektive in Deutschland zu bekommen. Das Deutsche Rote Kreuz betreut derzeit bundesweit rund 490 Notunterkünfte mit etwa 140.000 Flüchtlingen.

DRK-Presseinfo v. 18.03.2016

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat heute eine Basisgesundheitsstation zur medizinischen Versorgung von rund 10.000 Menschen in die Region um den nordgriechischen Grenzort Idomeni entsendet.  Die Gesundheitsstation, die das DRK gemeinsam mit dem Finnischen Roten Kreuz betreibt, wird auf zwei unweit voneinander liegende Standorte aufgeteilt und in Nea Kavala und Cherso errichtet, wo bereits Tausende Flüchtlinge bislang ohne ausreichende medizinische Versorgung sind. „Um schnell auf aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Flüchtlingsströme reagieren zu können, wird die Gesundheitsstation mobil sein“, sagte Christian Hörl, stellvertretender Leiter Internationale Zusammenarbeit beim DRK, bei der Beladung des medizinischen und technischen Materials auf DRK-Fahrzeuge in Berlin.
Das DRK plant die Einsatzdauer der Gesundheitsstation aktuell für rund vier Monate. Zugleich wird auch medizinisches Personal entsendet, das die Betreuung der Patienten vor Ort übernehmen wird. Die drei Fahrzeuge, die heute von Berlin aufgebrochen sind werden von ehrenamtlichen Helfern des DRK nach Griechenland gesteuert und sollen dort am Sonntag eintreffen.  „Wir planen, bereits am Dienstag die ersten Patienten behandeln können“, sagte Hörl. Zudem sollen in einem weiteren Schritt Verteilungen von lebensnotwendigen Hilfsgütern erfolgen. Das Projekt wird mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und Spenden finanziert.
Das DRK weitet damit seine Hilfen für Flüchtlinge in Griechenland aus. Bereits seit dem Spätsommer 2015 unterstützte das DRK das Griechische Rote Kreuz bei der Versorgung der Flüchtlinge mit einem Nothilfeprojekt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden bis vergangenen Monat mehr als 19.000 neu ankommende Flüchtlinge auf der Insel Lesbos und in der Region Attika mit Hygienepaketen versorgt. Darüber hinaus wurden Jacken, Rucksäcke und Babytragen ausgegeben.

DRK-Presseinfo v. 09.03.2016

Fünf Jahre nach Ausbruch des bewaffneten Konflikts in Syrien sind in dem Land mehr Menschen denn je dringend auf Hilfe angewiesen. „Nichts hat sich in diesen fünf Jahren für die Menschen zum besseren gewandt, das Gegenteil ist der Fall. Das Land liegt weitgehend in Trümmern. 13,5 Millionen Menschen sind auf permanente humanitäre Hilfe angewiesen – das entspricht mehr als der Hälfte der ehemaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Einzig die, wenn auch bislang brüchige, Waffenruhe ist jüngst als Zeichen der Hoffnung für die notleidende Bevölkerung zu werten", sagt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters.

„Alle Menschen in Syrien, insbesondere in belagerten oder schwer zugänglichen Gebieten, benötigen dringend permanenten Zugang zu humanitärer Hilfe. Zugleich müssen alle Konfliktparteien das humanitäre Völkerrecht achten und den Schutz der Helfer sicherstellen", sagt Seiters. Allein für rund neun Millionen Menschen bestehe keine gesicherte Versorgung an Grundnahrungsmitteln. Auch die medizinische Versorgung sei weitgehend zusammengebrochen, Verbrauchsmaterial sei knapp und viele Krankenhäuser zerstört.

Der DRK-Präsident warnte vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage in Syrien. Dann seien weitere Flüchtlingsbewegungen aus Syrien in die Nachbarländer und nach Europa zu erwarten. Im Januar 2016 befanden sich bereits mehr als 11,4 Millionen Syrerinnen und Syrer auf der Flucht vor Gewalt und Not, 4,8 Millionen von ihnen haben aktuell Zuflucht in den angrenzenden Nachbarländern gesucht.

Das DRK leistet bereits seit 2012 humanitäre Hilfe im Syrien-Konflikt und arbeitet dabei eng mit seiner Schwesterorganisation, dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zusammen. Dessen landesweit rund 3000 Helferinnen und Helfer nehmen höchste persönliche Risiken auf sich - 53 von ihnen wurden bisher im Einsatz getötet, weit mehr wurden verletzt, verschleppt oder inhaftiert.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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