DRK-Presseinfo v. 18.09.2016

Das Deutsche Rote Kreuz erwartet für die kommenden Wochen und Monate eine deutliche Zunahme der Flüchtlingsströme im Irak infolge einer Verschärfung der Kampfhandlungen und weitet daher seine Hilfen aus. Bereits jetzt sind im Irak mehr als 3,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Kämpfen. „Es wird erwartet, dass im September die Militäroffensive zur Vertreibung des sogenannten Islamischen Staates aus Mosul gestartet wird. „Wir rechnen damit, dass in den darauffolgenden Wochen weitere 230.000 Menschen aus Städten und Dörfern in Anbar und bis zu 660.000 Menschen aus der Gegend in und um Mosul fliehen werden. Sobald die Militäroperationen Mosul selbst erreichen, wird mit bis zu 1.5 Millionen Geflüchteten gerechnet“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK.
Die humanitäre Lage im Irak ist schon jetzt sehr angespannt: Zu den aktuell 3,3 Millionen intern Vertriebenen kommen rund eine Viertelmillion Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien hinzu, welche teils seit mehreren Jahren in Camps und provisorischen Unterkünften im Irak verweilen und ihre Ressourcen restlos aufgebraucht haben. Infolge der  Militäroffensive auf Mosul wird eine humanitäre Katastrophe befürchtet. „Es droht eine Unterversorgung der Geflüchteten mit überlebensnotwendigen Gütern. Die humanitäre Gemeinschaft sowie irakische Behörden befinden sich aktuell in einer intensiven Vorbereitungsphase auf diese Ereignisse. Das DRK stellt aus Spenden und finanziellen Mitteln des Auswärtigen Amtes eine umfassende Planung der Nothilfe für Mosul auf“, sagt Johnen.
Im Rahmen der Ausarbeitung der Notfallpläne wurden Szenarien entwickelt und Fluchtrouten analysiert, mögliche Standorte für Camps bestimmt und erste Vorhersagen über die Anzahl der zu erwartenden Vertriebenen getroffen. Demnach unterstützt das DRK gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond die Versorgung von Geflüchteten direkt nach der Vertreibung in ersten Anlaufstellen. Hier wird die Ausgabe von Trinkwasser und  Hygiene-Artikeln an bis zu 54.000 Familien geplant. Zugleich hilft das DRK bei der Versorgung in Camps und Unterkünften, in denen die Menschen nach ihrer Flucht unterkommen können. Dafür werden mehr als 35.000 Decken, sowie Küchensets, Öfen mit Kerosin und Wasserkanister bereitgestellt.

Das DRK ist dringend auf Spenden angewiesen:
Spendenkonto: IBAN DE63370205000005023307
BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft)
Stichwort: Flüchtlinge Nahost

Hand aufs Herz: Könnten Sie einen Menschen spontan in die stabile Seitenlage bringen? Oder kennen Sie den exakten Ablauf einer Wiederbelebungsmaßnahme? Falls Sie mit „Nein“ oder „Ich weiß nicht“ geantwortet haben, gehören Sie in Deutschland der Mehrheit an. Nach einer Umfrage des DRK trauen sich zwar drei Viertel der Deutschen zu, im Notfall Erste Hilfe zu leisten - was wirklich zu tun ist, wissen aber nur die Wenigsten. Bei 37,5% der Deutschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück.
Um auf die Bedeutung von lebensrettenden Sofortmaßnahmen aufmerksam zu machen, findet daher jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende der Internationale Welt-Erste-Hilfe-Tag statt. Unter dem Motto „Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein“ dreht sich dieses Jahr alles rund um Erste Hilfe für Kinder und von Kindern. Diese sind von Unfällen zuhause, in der Freizeit oder in Kindergarten und Schule vergleichsweise am stärksten betroffen: Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit müssen jährlich rund 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach einem Unfall ärztlich versorgt werden. Um das zu vermeiden, werden am Internationalen Welt-Erste-Hilfe-Tag auch präventive Maßnahmen vorgestellt.
Erste Hilfe betrifft jeden. Ob als Betroffener oder als Helfer, zuhause oder in der Öffentlichkeit – im Notfall können die nötigen Sofortmaßnahmen Leben retten. Frischen Sie daher Ihre Kenntnisse in einem Erste-Hilfe-Kurs des Roten Kreuzes auf.

DRK-Presseinfo v. 19.07.2016

Im östlichen und südlichen Afrika leiden Millionen Menschen an der teilweise noch anhaltenden extremen Dürre sowie deren verheerenden Folgen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt Menschen in Somaliland und Mosambik, die von den Wetterextremen besonders betroffen sind. „Seit Mai 2015 herrscht im südlichen Afrika eine heftige Dürre, die sich durch das El-Niño-Phänomen noch fortlaufend erweitert und verstärkt hat. Die Folgen sind dramatische Ernteausfälle, UN-Angaben zufolge sind in den betroffenen Regionen rund 50 Millionen Menschen akut vom Hunger bedroht", sagt Samuele Tomassini, Projektmanager des DRK in Mosambik.

Im südlichen Mosambik sind 35 Prozent der Anbauflächen vollkommen ausgetrocknet, so dass bis zur nächsten Regenzeit (erwartet für März 2017) keine Lebensmittel produziert werden können. Die Lebensmittelpreise sind inzwischen schon 50 Prozent höher als im letzten Jahr. Das DRK ist bereits seit Jahren in Mosambik im Bereich der Katastrophenvorsorge aktiv. In der Projektregion im Bezirk von Guijà in der Provinz Gaza sind allein 23.000 Menschen akut von Hunger bedroht. „Hier wurde mit Hilfe des DRK mit der Verteilung von Getreidesamen, der Lieferung von Wasserpumpen und der Ausgabe von Mahlzeiten für Kinder in Schulen begonnen", sagt Tomassini.

Auch in Somaliland ist nach ausgebliebenen Regenfällen die Lebensgrundlage von Teilen der Bevölkerung durch akute Dürre bedroht. Der Klimawandel und politische Instabilität sind ohnehin schon große Herausforderungen, der Zugang zu Wasser ist bereits bei gewöhnlichen Wetterlagen schwierig - die aktuelle Lage verschärft die Situation weiter. Das DRK leistet zusammen mit dem Finnischen Roten Kreuz akute Nothilfe. Um die Ernährung zu sichern, werden Geldleistungen für Tierfutter für 450 besonders gefährdete Haushalte vergeben. Insgesamt 720 Haushalte erhalten Unterstützung in der Feldarbeit durch zur Verfügung gestellte Traktoren. Da auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung für viele Menschen in der Region nur sehr schwer möglich ist, versorgen mobile Gesundheitsstationen die Bevölkerung mit medizinischen Leistungen und Medikamenten. Von den Gesundheitsleistungen profitieren etwa 46.000 Menschen.

DRK-Presseinfo v. 02.06.2016

Der Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes schickt Bautrockner in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete. Im DRK-Logistikzentrum Berlin-Schönefeld werden heute Abend die ersten 200 Bautrockner verladen. Zwei Sattelschlepper starten am frühen Freitagmorgen nach Biberach (Baden-Württemberg). Von dort aus werden die Geräte verteilt, damit Opfer der schweren Unwetter der vergangenen Tage ihre Häuser trocknen können. „Aus den Hochwassern vergangener Jahre wissen wir, wie langwierig die Beseitigung der Hochwasserschäden ist. Das Rote Kreuz versucht, den Betroffenen schnellstmöglich und nachhaltig zu helfen“, sagt Frank Jörres, Teamleiter Krisenmanagement im DRK-Bundesverband.

Insgesamt verfügt das DRK über 600 Bautrockener, die im Zuge der Hochwasserhilfe 2013 angeschafft wurden. „Angesichts der wechselhaften und unruhigen Wetterlage stellen wir uns darauf ein, dass weitere Hilfe nötig sein wird“, sagt Jörres. Bundesweit sind in den betroffenen Gebieten hunderte DRK-Helfer im Einsatz. Weitere sind in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Das Bayerische Rote Kreuz ist seit gestern mit einem Großaufgebot der Wasserwacht, der Bergwacht und den Bereitschaften vor Ort. Die Helfer sind mit Booten, Fahrzeugen und Hubschraubern im Dauereinsatz. Sie retteten Menschen von den Hausdächern und aus anderen dramatischen Situationen und unterstützen die Evakuierungsmaßnahmen. Nach einer ersten Bilanz wurden von der Wasserwacht des Roten Kreuzes in Niederbayern 482 Menschen evakuiert. Insgesamt 17 Menschen konnten nur mit der Hilfe von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

"Das Ausmaß der Verwüstungen ist unglaublich. Die Rettungskräfte waren die ganze Nacht über im Einsatz, um von den Wassermassen eingeschlossene Bewohner zu befreien und beobachten die derzeitige Situation“, sagt Herbert Wiedemann Kreisgeschäftsführer Rottal Inn und aktiv in der Wasserwacht Bayern.

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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