DRK-Presseinfo v. 16.06.2017

Mit Ferienbeginn in der nächsten Woche sind Staus und dichter Verkehr programmiert. „Wenn irgendwo im Gedränge Blaulicht und Signalhorn auftauchen, zählt jede Sekunde für den Rettungseinsatz. Nur nicht abrupt bremsen, sondern die Geschwindigkeit vorsichtig verringern und sich einen Überblick verschaffen", empfiehlt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin und erklärt, was bei einer Rettungsgasse laut Straßenverkehrsordnung zu beachten ist:
„Bei Stau auf einer zweispurigen Autobahn muss die Rettungsgasse in der Mitte gebildet werden; bei mehr als zwei Spuren zwischen der linken Spur und den jeweils rechten davon. Selbst wenn ein Rettungsfahrzeug die Gasse bereits passiert hat, ist diese unbedingt für Nachfolgende freizuhalten. Hektisches Ausscheren ist auf jeden Fall zu vermeiden. Ein Spurwechsel oder den Halt am Fahrbahnrand muss den nachfolgenden Fahrzeugen immer rechtzeitig durch Blinken signalisiert werden.Diese Regeln gelten auch im Stadtverkehr. Bei roten Ampeln darf unter Beachtung größtmöglicher Vorsicht in den Kreuzungsbereich hinein gefahren werden, wenn dies den Weg für Einsatzkräfte freimacht. Dies gilt auch bei Blitzampeln! Notieren Sie sich gegebenenfalls Zeit und Ort. Falls es dafür eine Strafanzeige gibt, kann so Einspruch eingelegt werden.
In der Stadt aber auch auf der Landstraße ist es wichtig, dass sobald das Einsatzfahrzeug hörbar, aber noch nicht in Sicht ist, daß rechtzeitig an den Straßenrand, auf Parkplätze oder Haltebuchten ausgewichen wird. Niemals in unübersichtlichen Kurven halten! Lieber einige Meter weiter, an einer übersichtlicheren Stelle an den Rand fahren.Fahrzeuge mit Blaulicht und Signalhorn sind immer in Eile!", betont Professor Sefrin. „Wenn sie langsam fahren, kann das bedeuten, dass sich ein Patient im Auto befindet, der versorgt werden muss. Scharfe Bremsmanöver und ruckartiges Anfahren sind dann nicht möglich. Deshalb auch langsamen Rettungsfahrzeugen mit Sondersignal immer den Weg frei machen."

DRK-Presseinfo v. 22.05.2017

Das verlängerte Wochenende zu Himmelfahrt ist wie geschaffen für einen ausgedehnten Grillabend. Doch Vorsicht, jedes Jahr kommt es in Deutschland zu rund 4.000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge. Sie können lebensbedrohlich sein. Das DRK erklärt, wie Sie bei einem Grillunfall richtig helfen. Häufigste Ursache für einen Unfall am Grill ist der falsche Umgang mit Brandbeschleunigern. Sie werden in die beginnende Glut gegossen, um den Grill schneller anzuheizen. Dabei kann eine Stichflamme entstehen, die nicht nur die Person am Grill verletzt, sondern auch auf Umstehende übergreifen kann.

Tipp 1: Bei schweren Verbrennungen Notruf 112 absetzen

Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen (mehr als ein Unterarm) sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden. Verbrennungen verursachen erhebliche Schmerzen, die der Notarzt durch wirksame Schmerzmittel begrenzen kann.

Tipp 2: Flammen am Körper löschen oder ersticken

Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke oder ein großflächiges Kleidungsstück fest auf den Körper drücken und die Flammen vom Kopf an abwärts ausstreichen. Vorsicht: Nutzen Sie auf keinen Fall eine Decke aus Synthetik! Löschen Sie den Brand mit Wasser. Ist ein Feuerlöscher zur Hand, dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht spritzen. Der Einsatz erfolgt in kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts. Entfernen Sie verbrannte Kleidung. Wenn diese mit der Haut verklebt sind, schneiden Sie um die Verklebung herum. Kleidung speichert die Wärme und kann so weiteres Gewebe schädigen.

Tipp 3: Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen

Hautschädigungen treten bei Verbrennungen schon nach wenigen Sekunden ein. DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin rät: „Große Brandwunden nicht kühlen. Bei kleinflächigen Wunden (bis zur Größe einer Handfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen eine Unterkühlung nach sich ziehen. Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden-)Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck. Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke ab, um eine Auskühlung zu verhindern. 'Hausmittel´ wie Salben, Öl oder Mehl gehören keinesfalls auf eine Brandwunde!"

Tipp 4: Sorgen Sie für Sicherheit!

Grillen Sie ausschließlich im Freien. Nur feste Grillanzünder und Brennpasten verwenden. Niemals flüssigen Brennstoff auf die heiße Kohle gießen. Halten Sie einen Eimer mit Löschwasser griffbereit. Achten Sie auf einen sicheren Stand des Grills. Spielende Kinder und tobende Hunde könnten ihn umwerfen. Alkoholisierte Personen nicht den Grill bedienen lassen. Klären Sie Kinder ihrem Alter entsprechend über den Umgang mit und die Gefahren von offenem Feuer auf.

Weitere Erste-Hilfe-Anleitungen unter www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung.html

DRK-Presseinfo v. 19.05.2017

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) macht angesichts der bevorstehenden UN-Konferenz für Katastrophenvorsorge im mexikanischen Cancun auf die wachsende Bedeutung des Klimawandels und seine humanitären Folgen aufmerksam. „Das globale Wetterphänomen „El Niño", das auch für die aktuell anhaltende Dürre mit verheerenden Folgen in Teilen Ostafrikas verantwortlich ist, ist nur eine der Folgen des Klimawandels.Wir beobachten, dass sich die Zahl der Extremwetterereignisse in den vergangenen Jahren stark erhöht hat", sagt Alexandra Rüth, Klimaexpertin beim DRK. „Und wir sehen die katastrophalen Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Regionen. Dies stellt die humanitäre Hilfe vor immense Herausforderungen."

Denn der Bedarf an humanitärer Hilfe infolge einer Zunahme von massiven Regenfällen und Überschwemmungen, tropischen Wirbelstürmen sowie von Hitzewellen und Dürren ist extrem gestiegen. Die Gesamtkosten der weltweit entstandenen Schäden infolge von Naturkatastrophen beliefen sich allein im Jahr 2015 auf rund 62,64 Milliarden Euro. Investitionen in innovative Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen sind angesichts dieser enormen Zahl wichtiger denn je. „Wir als DRK setzen verstärkt auf das Instrument des sogenannten Forecast-based financing. Dabei geht es darum, vorhandene Wettervorhersagen zu nutzen und auf steigende Extremwetterrisiken in bestimmten Ländern und Regionen frühzeitig mit festgelegten Standardmaßnahmen zu reagieren. In ausgewählten Pilotländern wurden dazu spezielle Schwellenwerte zur Frühwarnung entwickelt. Beim Eintritt dieser Schwellenwerte werden dann vorab erarbeitete Vorsorgemaßnahmen wie etwa die Ausgabe von Hilfsgütern eingeleitet", sagt Rüth.

„Im Prinzip befolgen wir damit die einfache Regel: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Und das zahlt sich für die betroffenen Menschen ganz klar aus. Durch die Maßnahmen, die bei Überschreiten der Schwellenwerte bereits vor Eintritt einer Flut oder eines Sturms eigeleitet werden, sind die Menschen vorbereitet. Sie können die schädlichen Folgen des Extremwetters besser abfedern", fügt Rüth hinzu. Das Deutsche Rote Kreuz hat in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen und wird bei der fünften Ausgabe der Global Platform for Disaster Risk Reduction (GPDRR), die am 22. Mai in Cancun beginnt, über Erfahrungen mit dem Instrument berichten.

DRK-Presseinfo v. 18.05.2017

Das Deutsche Rote Kreuz fordert einen schnelleren Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren, um die bestehenden Engpässe an Kitaplätzen zu beheben. „Die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder dieses Alters ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die noch konsequenter in Angriff genommen werden muss", sagt DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg. „Auf diese wachsende Nachfrage schnell zu reagieren und den Ausbau von Kitas und Kindertagespflege gezielt voranzutreiben, ist nicht nur für die Kinder und ihre Familien wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft." Erhebungen zufolge fehlen bundesweit in Deutschland rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

„Eine gute frühkindliche Bildung und Erziehung ermöglicht allen Kindern trotz unterschiedlichster Startbedingungen bessere Zukunftschancen. Besonders für Kinder aus bildungsfernen oder armen Familien können Nachteile abgebaut werden und Lebensverläufe positiv beeinflusst werden", sagt Frau von Schenck und fügt hinzu: „Schon allein die Sprachförderung in Kitas verbessert den späteren Schulstart. Doch es geht auch um andere Themen wie Ernährung, Gesundheit und soziale Kompetenz für alle Kinder. Davon profitieren nicht nur die Kinder. Auch Mütter und Väter können durch ausreichende Kitaplätze früher in den Beruf zurückkehren. Angesichts der Fachkräftemangels ist nicht einzusehen, warum gut qualifizierte junge Eltern, die gern wieder arbeiten möchten, zu Hause bleiben müssen, obwohl sie doch seit 2013 einen Rechtsanspruch auf Betreuung ab den ersten Lebensjahr des Kindes haben."

Ebenso wichtig sei aber auch die Weiterentwicklung der Qualität der Kita-Angebote. „Deshalb müssen schnellstens Eckpunkte für ein bundeseinheitliches Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen werden", sagt Frau von Schenck mit Blick auf die heute eröffnete Konferenz der Jugend- und Familienminister der Länder in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Dabei gehe es darum, bundesweit vergleichbare Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen in Einrichtungen Kindertagesbetreuung zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel ein besseres Verhältnis der Zahl von Fachkräften zur Zahl der Kinder oder um bedarfsgerechte Öffnungszeiten. Um ausreichend Fachkräfte einsetzen zu können, sind zudem gemeinsame Anstrengungen zur Ausbildung und Gewinnung durch Bund, Länder, Kommunen und Träger notwendig. Für die Finanzierung sei eine verbindliche Regelung wichtig, mit der Bundesmittel dauerhaft für die Weiterentwicklung der Qualität der Kitas eingesetzt werden können.

Das DRK betreibt bundesweit rund 1.480 Kindertageseinrichtungen, in denen mehr als 106.000 Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren von 16.000 pädagogischen Fachkräften betreut werden.

Kontakt

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Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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