DRK-Presseinfo v. 09.03.2016

Fünf Jahre nach Ausbruch des bewaffneten Konflikts in Syrien sind in dem Land mehr Menschen denn je dringend auf Hilfe angewiesen. „Nichts hat sich in diesen fünf Jahren für die Menschen zum besseren gewandt, das Gegenteil ist der Fall. Das Land liegt weitgehend in Trümmern. 13,5 Millionen Menschen sind auf permanente humanitäre Hilfe angewiesen – das entspricht mehr als der Hälfte der ehemaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Einzig die, wenn auch bislang brüchige, Waffenruhe ist jüngst als Zeichen der Hoffnung für die notleidende Bevölkerung zu werten", sagt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters.

„Alle Menschen in Syrien, insbesondere in belagerten oder schwer zugänglichen Gebieten, benötigen dringend permanenten Zugang zu humanitärer Hilfe. Zugleich müssen alle Konfliktparteien das humanitäre Völkerrecht achten und den Schutz der Helfer sicherstellen", sagt Seiters. Allein für rund neun Millionen Menschen bestehe keine gesicherte Versorgung an Grundnahrungsmitteln. Auch die medizinische Versorgung sei weitgehend zusammengebrochen, Verbrauchsmaterial sei knapp und viele Krankenhäuser zerstört.

Der DRK-Präsident warnte vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage in Syrien. Dann seien weitere Flüchtlingsbewegungen aus Syrien in die Nachbarländer und nach Europa zu erwarten. Im Januar 2016 befanden sich bereits mehr als 11,4 Millionen Syrerinnen und Syrer auf der Flucht vor Gewalt und Not, 4,8 Millionen von ihnen haben aktuell Zuflucht in den angrenzenden Nachbarländern gesucht.

Das DRK leistet bereits seit 2012 humanitäre Hilfe im Syrien-Konflikt und arbeitet dabei eng mit seiner Schwesterorganisation, dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zusammen. Dessen landesweit rund 3000 Helferinnen und Helfer nehmen höchste persönliche Risiken auf sich - 53 von ihnen wurden bisher im Einsatz getötet, weit mehr wurden verletzt, verschleppt oder inhaftiert.

DRK-Presseinfo v. 10.02.2016

Rund 180 Helfer des Roten Kreuzes waren heute in den Morgenstunden bei dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling im Einsatz. Gemeinsam mit Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen wurden rund 150 Verletzte geborgen werden. „Angesichts des schwer zugänglichen Geländes waren unsere Helfer auch körperlich besonders gefordert“, sagt Rudi Cermak, Katastrophenschutzbeauftragter des Bayerischen Roten Kreuzes.

Die Helfer der BRK-Schnelleinsatzgruppen aus Rosenheim, Miesbach und Bad Aibling wurden durch Einsatzkräfte des Österreichischen Roten Kreuzes aus Kufstein und Schwaz verstärkt. „Das Unglücksgebiet liegt in einem nur schwer zugänglichen Gelände, so dass der Einsatz auch für unsere Helfer schwierig war“, sagt Cermak. Die Wasserwacht und die Bergwacht des BRK seien sofort zur Stelle gewesen, um bei der Bewältigung der logistischen Probleme zu helfen. Die Wasserwacht transportierte mit Booten Helfer und Material über den nahegelegenen Fluss Mangfall. Die Bergwacht stellte ein Spezialfahrzeug zur Betankung der zehn Rettungshubschrauber, die im Einsatz waren. Ebenfalls vor Ort waren Helfer von Kreisauskunftsbüros des Suchdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes, um notwendige Informationen von Betroffenen aufzunehmen. Außerdem standen Kriseninterventionsteams des BRK bereit, um Angehörige zu betreuen. Angesichts der vielen Verletzten  bittet der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes um Blutspende.

DRK-Presseinfo v. 5. Februar 2016

Tausende in Griechenland gestrandeter Flüchtlinge benötigen angesichts eisiger Temperaturen dringend Hilfe. Trotz Kälte und rauer See reißt der Zustrom über das Mittelmeer nicht ab, zugleich sitzen die Menschen an der Grenze zum Nachbarland Mazedonien fest. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt seine griechische Schwestergesellschaft bereits seit Monaten bei der Versorgung der neu Ankommenden – und die Hilfe wird dringend gebraucht. „Auf Lesbos gibt es zwei Camps, in denen die Flüchtlinge aufgenommen und behördlich registriert werden und in denen griechische Rotkreuz-Helfer Hilfsgüter des DRK ausgeben“, sagt DRK-Mitarbeiter Alexandros Kataropoulos, der vor Ort in Griechenland die Hilfen koordiniert. Auch in Mazedonien ist das DRK in der Flüchtlingshilfe aktiv.
Hauptzugang zu Europa bleibt für die Flüchtlinge Griechenland mit mehr als 915.000 registrierten Einreisen zwischen Anfang 2015 und Februar 2016. Unter den Ankommenden befinden sich zunehmend mehr Kinder und Frauen. „Es fehlt den Neuankömmlingen an medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Nahrungsmitten. Zudem setzt die Kälte den Menschen zu, nur ein Teil der Zelte in den Aufnahmeeinrichtungen auf Lesbos sind beheizt. Um die Verbreitung von Krankheiten in dieser Situation zu vermeiden, sind Hygienemaßnahmen extrem wichtig“, sagt Kataropoulos.
20.000 Pakete mit Hygieneartikeln und 5000 Winterjacken hatte das DRK geliefert, die in Lesbos und an verschiedenen Standorten in und um Athen ausgegeben werden. In den Paketen befinden sich unter anderem Zahnpasta, Seife, Waschmittel, Shampoo oder auch Baby-Pflegeprodukte und Windeln, die pro Person für zwei Monate vorhalten.
In Mazedonien hilft das Deutsche Rote Kreuz den Flüchtlingen mit 15.500 Nahrungsmittelpaketen, 39.000 Hygienepaketen, 48.000 Wasserflaschen sowie 15 Sets Winterkleidung für die Helfer bei Verteilungen.

DRK-Presseinfo v. 06.01.2016

Die Frostgrade der letzten Nächte haben erste Eisschichten auf die Gewässer gezaubert. „Bitte keinesfalls betreten“, warnt der stellvertretende Bundesleiter der DRK-Wasserwacht Markus Ostermeier. „Ein Spaziergang auf einem nicht freigegebenen Gewässer ist gefährlich und kann zu einem Einbruch ins Eis führen. Die einsetzende Unterkühlung führt schon nach wenigen Minuten zum Ertrinken“. Ostermeier erklärt, wie man ins Eis eingebrochenen Personen hilft, ohne sich selbst zu gefährden.

Tipp 1: „Beachten Sie unbedingt die örtlichen Warnhinweise.
Erklären Sie diese auch ihren Kindern. Grundsätzlich bilden stehende Gewässer dickere Eisschichten als fließende. Auf Seen kann das Eis durch Strömungen unterschiedlich dick sein. Industrielle Zuläufe lassen die Wassertemperatur steigen. Dort wird das Eis dünner. Besonders gefährlich sind Talsperren, deren Pegel sich ständig ändert. Dort bilden sich unter dem Eis Hohlräume. Auch an Fischerlöchern, Eisrissen und Einbruchstellen ist die Tragfähigkeit verringert. Ein Knistern kündigt an, wenn das Eis bricht. Verlassen Sie sofort kriechend die Eisfläche - auf dem gleichen Weg, auf dem Sie gekommen sind. Warnen Sie andere Personen, die sich auf dem Eis befinden.
 
Tipp 2: Schnellstmöglich Notruf (112) absetzen!
Achten Sie auf die eigene Sicherheit. Holen Sie sich weitere Unterstützung, indem Sie laut um Hilfe rufen. An vielen Gewässern werden zur Winterzeit Hilfsmittel wie Rettungsringe und -leinen zur Bergung von eingebrochenen Personen bereitgestellt. Wenn das nicht der Fall ist, reichen Sie der eingebrochenen Person vom Ufer aus einen Schal, einen Stock oder ähnliches und ziehen Sie sie aus dem Wasser. Liegt die Einbruchstelle weiter weg, sichern Sie sich mit einem Seil und „robben“ Sie am besten zur Einbruchstelle. Hilfsmittel, wie z.B. eine Leiter, können das eigene Gewicht auf dem Eis verteilen und so vor dem eigenen Einbruch schützen.

Tipp 3: Unterkühlte Person nur langsam erwärmen
Bringen Sie eine unterkühlte Person in einem warmen Raum. Ziehen Sie ihr vorsichtig die nasse Kleidung aus und wickeln Sie in eine warme Decke. Den Betroffenen möglichst wenig bewegen. Bei Bewusstlosigkeit kontrollieren Sie, ob die Person normal atmet. Ist dies der Fall, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Beobachten Sie immer wieder die Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und nicht vorhandener normaler Atmung beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (30 Mal Herzdruckmassage, 2 Mal Beatmen im Wechsel). Hören Sie erst auf, wenn der Rettungsdienst sie dazu auffordert.“

 

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz
Ortsverein Königswinter

Bahnhofstraße 47
53639 Königswinter

Tel.: (02223) 91 15 10
Fax: (02223) 91 15 12

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